Besonderen Charme hat es, eine Rollertour auf Samosir in Angriff zu nehmen und die Insel direkt zu umrunden. Roller mit 125 ccm kannst du dir praktisch an jeder Ecke oder an den Guesthouses für kleines Geld ausleihen. Damit steht deiner Rollertour nichts mehr im Weg!

Am Morgen packten wir unsere Jacken, Proviant und Schwimmausrüstung in das Helmfach und starteten zur Rollertour auf Samosir los. Am Vortag hatte ich bereits einige Fotos von dem Roller geschossen, um gegen mögliche Schadensersatzforderungen Beweise zu haben. Im Nachhinein wäre das nicht nötig gewesen, aber ich wollte auf Nummer sicher gehen, dass die Rollertour nicht noch ein Nachspiel hat.

Kümmere dich vor deiner Reise darum, einen internationalen Führerschein zu beantragen! Wenn du einen Autoführerschein besitzt, kannst du das sehr einfach über deine Zulassungsstelle machen.

Bereits nach wenigen Kilometern Strecke hielt ich mehrfach an, weil es so viel zu sehen und auf Fotos festzuhalten gab. Wunderschön verzierte alte Batak-Häuser und Ausblicke auf den Toba-See verzögerten die Tour.

1. Einsame Strände mit dem Roller erreichen

Wenn du abgelegene Ufer suchst, dann wirst du auf einer Rollertour auf Samosir auf jeden Fall fündig! Der Zugang zum Ufer ist manchmal nicht ganz einfach, aber es gibt immer eine Nebenstraße, die dich ans Wasser führt.

Auf Samosir hast du den Vorteil, dass das Ufer nicht so zugemüllt ist wie an der Küste. Das Müllproblem ist in Indonesien leider gravierend und zerstört oft das wunderschöne Landschaftsbild. Ein weiterer Vorteil als Badegast auf Samosir ist natürlich, dass du dir wegen Salzwasser keine Gedanken machen musst.

Neben den abgelegenen, einsamen Stränden gibt es auch noch öffentliche Badestrände. Zum Beispiel in der Nähe von Huta Bolon (nicht das Freilichtmuseum) der Parbaba Beach. Diesen Badestrand erreichten wir ca. nach den ersten 30 km der Rollertour.

Blick auf den Toba See von Hügel
Toba See vom Wasser aus

Achte bei deinem Badeaufenthalt auf die lokalen Gepflogenheiten! Leider bedeutet das, dass vor Allem Frauen darauf achten müssen, nicht zu freizügig aufzutreten und im Zweifel etwas mehr Kleidung anbehalten sollten.

2. Lokale Produkte direkt am Straßenrand

Bei der Rollertour auf Samosir werden dir mit Sicherheit die großen Planen am Straßenrand auffallen, auf denen verschiedene Früchte und Gewürze zum Trocknen ausgelegt werden. Meistens findest du Reis oder Mais. Manchmal versorgen sich die Hühner ganz frech direkt selbst an der ausgebreiteten Ernte.

Eine besondere Spezialität bildet der Gewürzanbau und im Besonderen der Anbau von Nelken. Diese werden auch direkt am Straßenrand getrocknet und bieten den Einheimischen eine gute zusätzliche Einnahmequelle. Vergiss nicht, ab und zu auf deiner Rollertour anzuhalten und dir die Dinge aus der Nähe anzuschauen, es lohnt sich!

Getrocknete Nelken auf blauer Plane

Manchmal kommst du dabei direkt mit Einheimischen ins Gespräch und kannst direkt Waren einkaufen. So war es auch bei mir. An der Straße stand ein Schild mit dem Kilogrammpreis für frische Mangos. Ich hielt an und läutete eine kleine Klingel. Sichtlich aufgeregt kam ein junges Mädchen aus der nebenstehenden Hütte und verkaufte mir eine gute Handvoll.

Solche Mangos hatte ich noch nie gesehen! Die Mangos stammten direkt von einem riesigen Baum aus dem Garten. Viel kleiner als die hochgezüchteten, perfekten Supermarktfrüchte, fleckig und mit Dellen waren die Mangos. Später fand ich heraus, dass ein paar davon auch Würmer im Kern hatten. Geschmacklich waren sie aber unglaublich gut! Ich wunderte mich darüber, wie wenig ich mir jemals darüber Gedanken gemacht hatte, wie Mangos wohl in der „freien Wildbahn“ wachsen und aussehen. Mit frischen Früchten im Gepäck ging die Rollertour weiter.

3. Freilichtmuseum mit Batak-Show

Zweimal täglich veranstalten die Darsteller im Huta Bolon, der alten Königssiedlung der Batak auf Samosir, eine Show. Ein Wasserbüffel steht dabei im Zentrum der Aufführung. Die Darsteller tanzen und singen um den Büffel. In alten Zeiten wäre der Wasserbüffel bei dieser Zeremonie geopfert worden, was heute natürlich nicht mehr der Fall ist.

Am Ende der Veranstaltung wirst du dazu aufgefordert, an dem Tanz mitzumachen! Du wirst deine Komfortzone definitiv verlassen müssen! Bevor du dich nach dem Tanz wieder auf den Roller schwingst, solltest du noch einen Blick in das Museum mit Waffen, Masken und Alltagsgegenständen der Batak werfen! Auch die reich verzierten Grabbauten vor dem Gelände sind es wert, dass du sie dir näher ansiehst.

Opfer Zeremonie mit Büffel

4. Kaffee im Nirgendwo auf Samosir

Auch auf Samosir spielt sich viel öffentliches Leben am Straßenrand ab. Der Roller ist hier das perfekte Verkehrsmittel um spontan anhalten zu können. Egal, ob du eine warme Mahlzeit, eine frische Kokosnuss, Treibstoff oder einen Kaffee brauchst – irgendwo am Straßenrand wirst du immer fündig.

Die Rollertour auf Samosir führte uns auf der Suche nach einem Kaffee an ein Haus, auf dessen Schild „Kopi“ geschrieben stand. Mehrere freie Plätze an der Veranda boten einen super Blick auf den Toba-See. Unten am Ufer sahen wir den Vater des Hauses mit seinen drei Kindern ausgelassen im Wasser spielen. Seine Frau servierte uns in der Zwischenzeit Kaffee und wir kamen ein wenig mit ihr ins Gespräch.

Wir unterhielten uns sehr gut mit der ganzen Familie und da durften natürlich einige Fotos nicht fehlen! Bei den guten Gesprächen bot der Hausherr auch noch ein paar Schluck seines selbstgebrauten Palmweins „Tuak“ zum Probieren an. Geschmacklich lässt sich das aus der Zuckerpalme hergestellte alkoholische Getränk mit Most vergleichen. Ich fand den Geschmack recht gewöhnungsbedürftig aber nicht direkt schlecht.

Tasse Kaffee am Toba See

5. Gegrillte Hunde am Straßenrand

Wir verabschiedeten uns und setzten die Rollertour auf Samosir fort. Nach ein paar weiteren Kilometern traute ich meinen Augen nicht. Im Vorbeifahren an einem Hof hatte ich etwas gesehen, was mir als Europäer völlig surreal erschien.

Ich hatte gesehen, dass zwei Männer mit einem Brenner die Haare vom Fell eines Hundes abbrannten. Offenbar hatten sie kurz zuvor den Hund geschlachtet und bereiteten ihn nun zum Braten vor. Wie ich schon in dem anderen Artikel über Samosir geschrieben habe, werden in dieser Gegend auch Hunde verspeist. Ich hätte nur nicht gedacht, dass ich dem Ganzen so nahe kommen würde. Das war mir definitiv zu nah…

Auch auf dem Rest der Rollertour dachte ich noch lange über das Gesehene nach. Meine Gedanken wurden erst dann wieder unterbrochen, als sich die relativ gut befestigte Strecke dem Ende entgegen neigte und wir die Stadt Pangururan im Westen von Samosir erreichten. Von der Stadt mit Verbindung zum Festland führte die Straße in unwegsameres Gelände. Zu dem Zeitpunkt hatten wir in etwa die Hälfte der Strecke für die Rollertour auf Samosir hinter uns gelassen.

6. Rollertour mit Sonnenuntergang auf Samosir

Die Strecke zog sich mittlerweile etwas in die Länge und wurde für ungeübte Rollerfahrer auch immer gefährlicher. Die bergige Strecke war oft von steilen Serpentinen und scharfen Kurven geprägt, sodass die langsam einbrechende Dunkelheit nicht gerade gelegen kam.

Als Vorbote der Nacht belohnte der Sonnenuntergang dafür mit einer unglaublichen, faszinierenden Stimmung. Alles erschien in einem orangenen Licht, das von überall zu kommen schien. Es wirkte warm und weich und hüllte für ein paar Minuten die umgebenden Pflanzen, Gebäude und ganz Samosir in eine gedämpfte Atmosphäre.

Dieser Sonnenuntergang hatte mich so beeindruckt, dass wir am nächsten Abend nochmal an diese Stelle fuhren, um die Stimmung mit der Kamera besser einfangen zu können. Es waren nicht genau dieselben Lichtverhältnisse wie am Vortag, die dort wieder warteten. Trotzdem hatte sich die erneute Anfahrt komplett gelohnt. Die Hügellandschaft im Südwesten von Tuktuk kann ich als Spot für Fotografie nur empfehlen!

Sonnenuntergang mit Grabmal im Vordergrund

Wenn du bei deiner Rollertour auf Samosir eine Kamera mitnimmst, wirst du definitiv mehr Zeit einplanen müssen! Das nächste tolle Motiv verbirgt sich meistens schon hinter der nächsten Kurve.

Für die Umrundung der Insel hatten wir wirklich den ganzen Tag gebraucht. Die letzten Kilometer im Dunkeln mit dem Roller zurück nach Tuktuk waren nicht ganz so spaßig und ich war froh, als ich mich zum Abendessen in ein Lokal setzen konnte.

Die Zeit auf Samosir war schlussendlich länger als ursprünglich geplant. Die zusätzlichen Tage hatten sich aber voll gelohnt!

Wenn du die Insel besuchst, dann miete dir auf jeden Fall einen Roller und wage dich an die Umrundung. Du kannst auch eine Teilumrundung machen, aber die komplette Fahrt bietet dir wirklich viel Abenteuerpotenzial.

Der nächste Teil der Reise führt über Padang bis Bukittinggi. Im nächsten Artikel erfährst du, wie der gemeinsame Weg mit Harry und Leni weitergeht!

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