Eigentlich sollte Berastagi nur ein eher kleiner, unbedeutender Zwischenstopp auf dem Weg zum Toba-See sein. Auf der Fahrt zeigte sich dann aber ein ungewöhnliches Naturschauspiel! Der Vulkanausbruch auf Sumatra, ausgelöst durch den Vulkan Sinabung, machte ein mulmiges Gefühl.

Wie ich den Vulkanausbruch auf Sumatra erlebt habe und was es sonst noch aus Berastagi zu erzählen gibt, erfährst du in diesem Artikel.

Rechnung für einen Aufenthalt in Ketambe mit Dschungeltour

Die Rechnung für den Dschungelaufenthalt

Aber zurück zum Anfang, nach Ketambe, dem Dorf am Rand des Dschungels. Dort hieß es jetzt nämlich Abschied nehmen. Die Rechnung für einen Aufenthalt über drei Tage im Dschungel von Ketambe und zwei Übernachtungen in den Bungalows siehst du hier. Zusätzlich noch jeweils alle Mahlzeiten der Tage und der „Pick-Up-Service“, als wir am ersten Tag in Kutacane gestrandet waren. Für zwei Personen machte das einen Betrag von 2.927.000 IDR aus. Das entspricht in etwa 90 € pro Person!

Es ist unglaublich günstig in Indonesien, wenn man nicht im Luxus reisen will und nur mit dem Rucksack unterwegs ist. Mit einem Währungsrechner kannst du gerne einmal nachrechnen, was einzelne Positionen der Rechnung in Euro kosten.

Aufbruch nach Berastagi

Wir fuhren auf der überdachten Ladefläche eines Pick-Ups gemeinsam mit den Niederländerinnen aus der Unterkunft zurück nach Kutacane. Bei Tageslicht konnte ich am Straßenrand erst sehen, was der letzte Monsunregen angerichtet hatte. Teilweise waren Brücken und nahe am Fluss stehende Häuser weggespült worden. Die Straße glich an manchen Stellen einer Matschpiste, wo man nur mit einem Geländefahrzeug weiterkommen konnte.

Ein Haus und eine Strasse wurden bei Überflutung weggespült
Schlamm aus einem Erdrutsch auf einer Straße

Angekommen in Kutacane warteten wir auf einen der wenigen Busse in Richtung Toba-See. Die Niederländerinnen brachten an der Haltestelle allen ein Kartenspiel bei und so verging die Wartezeit von mehreren Stunden recht schnell. Hier trennten sich unsere Wege und jedes Grüppchen brach in eine andere Richtung auf.

Vulkanausbruch und Ascheregen

Vom Dschungel ging es nun in das Hochland. Berastagi liegt in Sichtweite einiger Vulkane, aber ich hätte nicht gedacht, dass ich einen Vulkanausbruch auf Sumatra erleben würde. Der weiße Kleinbus, in dem ich saß, war vollgepackt mit Menschen. Das kannte ich bereits vom ersten Tag der Reise aus Medan. Der Zwischenstopp am Straßenrand kam daher für mich auch nicht überraschend. Fast alle Reisenden stiegen aus und warteten darauf, dass der Fahrer sein Essen zu sich nahm. 

BTN Busse stehen in Indonesien am Straßenrand

Im Bus hatte ein Passagier versucht mir irgendetwas zu erklären und deutete dabei immer aus dem Fenster. Ich konnte kein Indonesisch, er konnte kein Englisch. So war mir nur das Wort „Sinabung“ im Kopf geblieben.

Während ich wartete, schlenderte ich aus dem Lokal hinaus und machte ein paar Fotos. Plötzlich fühlte ich auf der Haut Regen. Nicht ungewöhnlich. Aber warum war es hell? Und warum fühlte sich der Regen nicht nass an?

Ich sah genauer auf meine Haut. Anstatt Wassertröpfchen sah ich kleine Ascheflocken, die zunehmend auf meinen Arm herabrieselten. Ich sah mich um und merkte, dass überall auf der Motorhaube des Busses kleine graue Häufchen zu sehen waren. „Sinabung“ erinnerte ich mich und sah auf die Landkarte. Tatsächlich!

Hättest du bei dem Ascheregen an einen Vulkanausbruch auf Sumatra gedacht?!

Der Sinabung ist ein Vulkan auf Sumatra, der für seine häufigen Ausbrüche bekannt ist.

Ascheregen durch den Sinabung verdunkelt den Himmel

Die Lichtstimmung war nun irgendwie rätselhaft. Gedämpft, fast neblig, aber doch hell. Irgendwie, als wäre die Farbsättigung heruntergedreht worden.

Beim Vulkan Sinabung kommt es immer wieder teils zu schweren Ausbrüchen. Zuletzt brachte es einer der Vulkanausbrüche auch in die deutschen Nachrichten.

Den Fahrer schien der Umstand nicht besonders zu interessieren, dass gerade der Vulkan Asche spuckte. Wir setzten uns alle wieder in den Kleinbus und weiter ging es nach Berastagi.

Vulkanausbruch auf Sumatra – das Leben geht weiter

Bei Einbruch der Nacht war Berastagi schließlich erreicht. Die Haltestelle zu finden war gar nicht so leicht und irgendwie wusste ich auch nicht, ob das alles richtig war. Freundlich wie die Indonesier sind, versuchten ein paar die richtige Haltestelle zu erklären. Und schon stand ich mit meinem Gepäck am Straßenrand.

Unterkunft in Berastagi Nachelles Homestay

Im Reiseführer* hatten wir uns für das „Nachelle Homestay“ entschieden. Klimaanlage und saubere Räume klangen nach den Tagen im Dschungel wie Musik in meinen Ohren!

Auch am nächsten Tag lag die Asche als dünne Staubschicht auf der ganzen Gegend. Mittlerweile hatte der Ascheregen aber aufgehört. Nachelles Rat, eine OP-Maske zu tragen, befolgte ich gerne.

In der Ferne war der mittlerweile verstummte Gunung Sinabung und der andere Vulkan in der Gegend von Berastagi, der Gunung Sibayak zu erkennen. Ein Regenschauer gegen Mittag beendete den Spuk und wusch alle Überreste des Vulkanausbruchs auf Sumatra von der Landschaft ab.

Mensch auf Dachterrasse mit Vulkanen im Hintergrund

Das heidnisch-christliche Kloster von Berastagi

Einer Erkundung von Berastagi stand nichts mehr im Weg! Als Ziel stand ein christliches Kloster am Ende der Stadt auf dem Plan.

Zu Fuß war die Strecke zwar beachtlich, aber der Weg hielt auch einige Highlights bereit. Nach einem kurzen Stopp in einem Café mit wunderbarem Cappuccino führte ein Pfad in eine bunt bemalte Siedlung hinab. Die Einwohner hatten sich hier künstlerisch wirklich ausgetobt. Natürlich auch um Touristen anzulocken.

Bunt bemalte Häuser im Tal
Zwei Tassen Cappuccino in einem Straßencafé

Am Ende der Straße auf einer Erhöhung stand das Kloster. Es war eine sehr merkwürdige Erscheinung. Mit seinen strohgedeckten Dächern und der typischen Batak-Architektur hatte es eher etwas von einem Stammeszentrum.

Im Innenhof trafen wir auf einen alten Mönch, der zu meiner Überraschung deutsch sprach! Er erklärte, dass er vor vielen Jahren hierher ausgewandert sei und lud uns ein, das Kloster zu besichtigen.

Eine Hütte im Stil der Batak war zu einem kleinen Museum umfunktioniert worden und erzählte die Geschichte dieses Ortes.

Natürlich warf ich auch einen Blick in die Kirche. Diesen Anblick fand ich am faszinierendsten.

Zu all den christlichen Symbolen und der Schöpfungsgeschichte hatten sich auch die Stammesmythen gesellt. Darstellungen von Heiligen hätten genauso gut Personen aus der Geschichte der Batak sein können. Offensichtlich war der christliche Glaube auf die Bedürfnisse der lokalen Ureinwohner zugeschnitten worden.

Strohgedeckte Hütte der Batak im Kloster Berastagi
Altar in der christlichen Kirche von Berastagi

Der Markt in Berastagi

Auch der Rückweg zur Unterkunft hielt noch ein paar Überraschungen bereit. Eine andere Route führte uns auf einen Markt, wo alles Mögliche angeboten wurde.

Mir persönlich blutete das Herz, als ich kleine Welpen in einigen aufgestellten Käfigen sah und nicht wusste, zu welchem Zweck sie verkauft wurden. Ich befürchtete, dass sie früher oder später auf dem Grill landen sollten. Mehr dazu im Artikel über den Toba-See.

Neben Tieren wurden alle möglichen Waren angeboten. Ich wollte schon immer frisch gepressten Zuckerrohrsaft probieren und hatte hier die Gelegenheit dazu. Ich kann den Saft geschmacklich leider nicht empfehlen.

Hast du schon einmal den Stiel einer Maispflanze gekaut? Nein? Das kannst du mal versuchen, dann weißt du, wie Zuckerrohrsaft schmeckt – nur süßer!

Verschiedene Straßenläden auf indonesischem Markt

Ein überdachter Markt für Obst und Gemüse ließ mich über die riesige Auswahl staunen. Ein paar der Exoten kennt man aus unseren verwöhnten Supermärkten. Aber hier wurden Früchte angeboten, die ich noch nie gesehen hatte und von denen ich auch nicht wusste, wie sie überhaupt gegessen werden.

Bunte Mischung an Obst und Gemüse auf indonesischem Markt

Reisebegleiter im Schatten des Gunung Sinabung

In der Unterkunft angekommen sollte die Weiterreise an den Toba-See geplant werden. Zu unserer Überraschung bot Nachelle an, dass ihr Cousin als Fahrer einspringen könnte.

Es kommt oft vor, dass die Betreiber der Unterkünfte gute Kontakte zu anderen Anbietern haben, oder dass sie selbst weiterhelfen können. Du musst meistens einfach nur fragen!

Nachelle kündigte an, dass es möglich wäre, die Kosten mit zwei weiteren Reisenden aus ihrem Guesthouse zu teilen. So lernten wir Harry und Leni kennen. Ein nettes, niederländisches Ehepaar in den 50ern, das gerne reist und schon viel von Indonesien gesehen hatte. Wir steckten kurz zusammen die Reiseroute für den nächsten Tag ab und ich freute mich auf die kommende Fahrt zum Toba-See.

Selbst ein Aufenthalt in einer eher weniger beeindruckenden Stadt wie Berastagi hatte sich als Abenteuer herausgestellt! Einen Vulkanausbruch auf Sumatra zu erleben hätte ich mir nicht gedacht. Bei den vielen Vulkanen in Indonesien hast du auch eine gute Chance den ein oder anderen Ausbruch zu erleben – ob du willst oder nicht!

Was es auf der Strecke zwischen Berastagi und dem Toba-See zu entdecken gibt, erfährst du im nächsten Blogbeitrag.

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