Die Kraterinsel Samosir im Toba-See

Die Kraterinsel Samosir im Toba-See

Die Kraterinsel Samosir ist hält viele Abenteuer für dich bereit! Neben viel einheimischer Kultur und sehenswerten Naturschönheiten kannst du dich hier sehr gut mit anderen Reisenden vernetzen und gemeinsam die Insel erkunden. Auch ungewöhnliche Attraktionen, wie „Magic Mushrooms“ werden hier beworben. Auf den quirligen Märkten werden nicht nur Früchte und verschiedenste Waren angeboten – sondern auch Hundefleisch. Wie ich den Abschnitt der Reise auf der Kraterinsel Samosir erlebt habe, erfährst du in diesem Eintrag.

Ankunft auf der Kraterinsel Samosir

Die Vulkankraterinsel Samosir erstreckt sich über eine Länge von etwa 40 km und eine Breite von 20 km mitten im Toba-See. Sie ist das Überbleibsel eines gewaltigen Vulkanausbruchs in grauer Vorzeit und die weltweit größte Insel in einem See auf einer Insel. Die Hauptroute für den Fährverkehr über den Toba-See ist von Parapat nach Tuktuk. Auf genau dieser Route kam ich nach Samosir.

Blick auf die Halbinsel Tuktuk auf der Kraterinsel Samosir

Tuktuk ist eine Ortschaft auf einer kleinen Landzunge, die sich pilzförmig von der Insel Samosir in den Toba-See hinein erstreckt. 

Die Fähre bewegte sich gemütlich über den Toba-See in Richtung der ersten Anlegestelle auf Tuktuk. In der Zwischenzeit hatte ich einen anderen Reisenden kennengelernt (ich nenne ihn Andy), der bereits seit drei Jahren auf Weltreise war. Er berichtete mir davon, dass er früher bei einer belgischen Telefongesellschaft in wenigen Jahren Karriere gemacht hatte. Nach einer Sinnkrise (mit immerhin nicht mal 30 Jahren), brach er die Zelte in Belgien ab, verkaufte alles was er besaß und ging in die Welt hinaus. Seitdem reiste er hauptsächlich in Südostasien und arbeitete für wenige Monate im Jahr in Australien, wenn er Geld brauchte. Ich erwähne Andy an dieser Stelle, weil er für die „Unglaubliche Reise unserer Jacken“ später im Blog eine Rolle spielen wird.

Würdest du deine Heimat und Familie hinter dir lassen und für mehrere Jahre reisen wollen?

Beeindruckt von Andys Lebensgeschichte und auch etwas nachdenklich erreichte ich die Anlegestelle auf der Rückseite von Tuktuk.

Nach ein paar Orientierungsschritten war auch die Unterkunft schnell gefunden. Viel Gepäck war nicht zu verstauen und der Hunger war groß, also musste schnell ein Lokal für das Abendessen gefunden werden.

Ein bunter Abend mit den Einheimischen

Mittlerweile war es stockfinster, aber so ist das eben am Äquator. Punkt 6 Uhr geht die Sonne auf und Punkt 18 Uhr geht sie unter. Die Unterkunft war auf der Seite von Tuktuk, wo weniger Touristen landen und dementsprechend auch weniger Gastronomie zu finden war. Das hieß also laufen.

Aus einem kleinen Lokal am Straßenrand drang ausgelassene Musik und es roch gut, also ließen wir uns dort nieder. Schnell wurde klar, dass wir hier die einzigen Touristen waren. Ein paar Dorfbewohner hatten sich zu einem musikalischen Treffen eingefunden und bestanden natürlich darauf, dass wir – so gut es ohne die Sprache möglich war – mitmachten. So schnell war ich mittendrin! Nach einiger Zeit fragte ich einen der Musiker, was der Text bedeutet. Er antwortete, dass es ein lustiges Lied sei, wo die verzweifelte Suche des Protagonisten nach einem Hunde-Eintopf beschrieben wird. Ich wusste nicht recht, was ich davon halten sollte…

Auf der Kraterinsel Samosir und in der Region generell stehen auch Hunde auf dem Speiseplan. Da auf der Insel größtenteils Christen leben ist das möglich. Unter Moslems gelten die Hunde als „unreine Tiere“, deshalb werden sie auch nicht verzehrt.

Ein Sturm und Magic Mushrooms

Am nächsten Tag war erst mal entspannen angesagt. Zuvor musste der Rucksack aber nochmal geschultert werden, denn wir hatten uns entschieden, die Unterkunft nochmal zu wechseln. Für den Blick vom Balkon direkt auf den Toba-See hatte sich der Wechsel schon gelohnt!

Inzwischen waren in der Ferne dunkle Wolken zu sehen, die sich immer mehr in Richtung der Vulkaninsel Samosir bewegten. Mit leichten Tröpfchen ging der Niederschlag los und mündete in einem wahren Monsunregen. Eigentlich war die Regenzeit schon vorbei, aber die Wucht des Regens war trotzdem enorm!

Aussicht auf den Toba-See von der Kraterinsel Samosir
Aussicht auf den Toba-See bei Regen von Samosir

So schnell der Regen gekommen war, so schnell war er auch wieder gegangen. Nach Baden sah es trotzdem den Tag über nicht mehr aus.

Für den nächsten Tag war eine Rollertour um die Kraterinsel Samosir geplant. Ich war schon lange nicht mehr auf einem Roller gesessen, daher war das die perfekte Gelegenheit zur Vorbereitung auf die morgige Tour. Der Roller war sehr einfach bei der Unterkunft auszuleihen (für 75.000 Rupiah pro Tag).

Wir fuhren die Gegend um Tuktuk ab und hielten nach einer Gaststätte Ausschau. Bei der Suche fielen mir am Straßenrand immer wieder die Schilder mit den Attraktionen auf Samosir auf. Neben Jet-Ski und Motorboot fahren wurden dort auch „Magic-Mushrooms“ beworben. Bei den strengen Drogengesetzen in Indonesien verwunderte mich dieses offene Angebot sehr!

Bildertafel mit Angeboten für Attraktionen Fahrrad Motorrad Jet Ski Motorboot Magic Mushrooms
Speisekarte mit Magic Mushroom Omelett auf Samosir

Von einem Guesthouse-Besitzer brachte ich in Erfahrung, dass die Inselbewohner auf Samosir in Bezug auf Drogen ein wenig ihr eigenes Ding machen und sich von der allgemeinen Gesetzgebung nicht unbedingt einschränken lassen. Aber auch von massiven Problemen einiger Jugendlicher berichtete er, die dem Rausch verfallen waren. Auch wenn mir von einigen Reisenden die Pilze empfohlen wurden – ich traute mich nicht.

Würdest du dir ein Omelett mit „Magic Mushrooms“ bestellen, wie es hier vielfach angeboten wird?

Wiedersehen mit Harry und Leni

Die Suche nach einem schönen Lokal für das Abendessen führte uns auf die andere Seite von Tuktuk, wo ein hell beleuchtetes Guesthouse direkt einen guten Eindruck machte. Kaum wollten wir uns setzen, da riefen uns Harry und Leni, die wir in Berastagi kennengelernt hatten, zu sich.

Die beiden hatten sich zufällig genau in dieser Unterkunft einquartiert. Nach ein paar netten Worten wurden wir noch anderen Reisenden vorgestellt. In der Runde befand sich auch Thomas, ein Reisender, der für die Geschichte unserer Jacken später noch eine Rolle spielen wird. Diesmal tauschten wir mit allen die Nummern aus, falls wir uns wieder über den Weg laufen sollten. 

Vernetze dich mit anderen Reisenden, denn du wirst ihnen öfter wieder begegnen, als du denkst! Vielleicht könnt ihr euch auch auf dem Weg unterstützen?

Den Abend rundete die Vorstellung einer lokalen Band ab. Die Veranstaltung war aber sichtlich für Touristen gedacht. Traditionelles Gewand und routiniertes Auftreten zeugten davon. Vom Abend zuvor hatte ich ja den Vergleich zu einer Darbietung, die nur aus Spaß stattfindet. Dem gegenüber stand nun die routinierte, einstudierte Vorstellung der Band. Versteh mich nicht falsch! Es war noch immer eine schöne Aufführung – aber eben touristisch.

Wir nahmen Abschied von Harry, Leni, Thomas und den anderen Reisenden und machten uns auf den Heimweg. Am nächsten Tag sollte die Umrundung der gesamten Kraterinsel Samosir mit dem Roller recht früh starten.

Die Umrundung von Samosir ist mit dem Roller an einem Tag zu schaffen, aber du solltest wirklich den ganzen Tag einplanen! Auf dieser Tour kannst du so einiges erleben! Von gebratenen Hunden bis zu wundervollen Sonnenuntergängen kannst du mit den unterschiedlichsten Eindrücken konfrontiert werden. Meine Erfahrungen der Tour teile ich gerne mit dir im nächsten Blogeintrag!

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Sipiso-Piso Wasserfall und Pematang Purba

Sipiso-Piso Wasserfall und Pematang Purba

Der Weg von Berastagi zum Toba-See und der Insel Samosir hält ein paar Attraktionen für dich bereit! Der Sipiso-Piso Wasserfall ist ein beeindruckendes Naturschauspiel, das du dir nicht entgehen lassen solltest. Kulturell ist ein Besuch in einer ehemaligen Palaststätte der Simalungun-Batak, dem Pematang Purba empfehlenswert.

Früh am Morgen setzten wir uns mit den neu gewonnenen Bekannten Harry und Leni aus den Niederlanden in das Auto. Gemeinsam mit dem Fahrer schlugen wir die Straße nach Süden Toba-See ein. Über Kabanjahe gelangten wir auf die Hauptstraße. Kleine Hütten und Läden säumten die Straße. Zwischen den Reisfeldern wurde vor Allem Maniok angebaut, der hier einen wesentlichen Bestandteil der Ernährung ausmacht.

Dorfzentren und Siedlungen sucht man auf dem Land vergeblich. Die Menschen leben hauptsächlich direkt an der Straße. Diese bietet ihnen Möglichkeiten zum Verkauf von Waren wie Lebensmitteln oder Sprit.

Hinunter in die Schlucht des Sipiso-Piso Wasserfalls

Den Sipiso-Piso Wasserfall (auch als Air Terjun Sipiso Piso bekannt) erreichten wir nach etwa zwei Stunden Fahrt. Für die knapp 60 km Strecke eine beachtliche Zeit. Schnellstraßen waren in Indonesien auch nicht zu erwarten.

Bereits nach wenigen Metern, die wir zu Fuß zurücklegten, bot sich ein toller Anblick! Der Sipiso-Piso Wasserfall fällt von einer Hochebene abrupt in ein Tal hinab. Die scharfe Abbruchkante zieht sich senkrecht bis in die Schlucht. Etwa 120 m fällt das Wasser in die Tiefe hinab. Das wollte ich mir natürlich aus der Nähe anschauen!

Blick auf die Abbruchkante in die Schlucht des Sipiso-Piso Wasserfalls

Der Weg in die Schlucht zum Sipiso-Piso Wasserfall hinab war stellenweise recht abenteuerlich. An manchen Stellen war der Weg ausgespült, oder vormals befestigte Abschnitte waren weggebrochen. Auf halber Strecke nach unten hatte sich ein findiger Geschäftsmann ein Café eingerichtet. Mit der einzigen Toilette weit und breit!

Auf dem Weg in die Schlucht hinunter tauschte ich mich viel mit Harry und Leni und ihre Reiseerfahrungen aus. Harry entpuppte sich als echter Experte mit indonesischen Verwandten und diversen indonesischen Sprachkursen, die er in seinem Studium absolviert hatte.

Der rauschende Sipiso-Piso Wasserfall ganz nah

Das Ende des Weges bildete der Wasserlauf, der sich aus dem Sipiso-Piso Wasserfall speiste. Ab hier gab es mit Schuhen kein Weiterkommen mehr. Ich war den ganzen Weg auch mit Flipflops nach unten gegangen. Falls du jetzt denkst, dass das eine Dumme Idee ist, hast du schon ein bisschen recht. Meine Wanderschuhe wollte ich aber wegen der Nässe nicht anziehen und so blieben nur die Schaumstofflatschen.

Barfuß balancierte ich über eine aus Bambus geflochtene Brücke über den Wasserlauf. Die letzten Meter bis zu dem kleinen See, den der Sipiso-Piso Wasserfall ausgespült hatte, waren schlammig und grasbewachsen. Das Gras wich dunklen Steinen und dann stand ich vor dem Giganten. Was für ein toller Anblick! Es war so viel Wasser als Tröpfchen in der Luft, dass ich meine Brille ständig abwischen musste, sonst hätte ich gar nichts gesehen.

Mann blickt hoch zum Sipiso-Piso Wasserfall
Mann balanciert vor Sipiso-Piso Wasserfall auf Baumstamm

Zu meiner Überraschung badete ein Einheimischer mit seinen Kindern in dem kleinen See des Sipiso-Piso Wasserfalls. Er hatte eine riesige Freude daran, seinen Urschrei auszustoßen! Seine Kinder taten es ihm gleich, aber das ging im Getöse des Wasserfalls unter.

Wenn du auch den Sipiso-Piso Wasserfall besuchen möchtest, dann komm auf jeden Fall in Badehose! Dieses Erlebnis blieb mir leider verwehrt, aber das muss bei dir ja nicht so sein.

Nach dem Rückweg über die improvisierte Brücke war ich durch den Nebel natürlich trotzdem komplett nass.

Bis ich wieder oben am Rand des Canyons angekommen war, war ich aber zum Glück wieder trocken genug, um in das Auto zu steigen und die Fahrt zum Pematang Purba, dem ehemaligen Königshaus der lokalen Batak fortzusetzen.

Die königlichen Hallen des Pematang Purba

Unser Fahrer brachte uns gut gelaunt zum Eingang der Siedlung. Gegen eine geringe Gebühr wurden wir am Eingang eingelassen und auf das Gelände des Pematang Purba geführt.

Eigentlich hatte ich erwartet, dass sich hier einige Touristen tummeln und die Architektur der Batak bewundern. Dem war aber überhaupt nicht so! Auf dem ganzen Gelände war unsere Reisegruppe von vier Personen die Einzige.

Königliches Batak Langhaus im Pematang Purba Palast auf Holzsäulen
Nebenhaus des Pematang Purba auf runden Baumstämmen

Mich erinnerten die großen Holzgebäude an eine Art Schiff, fast wie eine Arche. Die riesigen Holzbalken, die den gesamten Komplex trugen, bestanden aus einzelnen Baumstämmen, die in Handarbeit bearbeitet worden waren. Teilweise wurden die Stämme von geradezu filigran anmutenden Holzsäulen getragen. Die reich mit Mustern verzierten Säulen wirkten äußerst kunstvoll.

Über Holzleitern konnten die Gebäude auch von innen besichtigt werden. Leider zeigte sich hier massiv der Verfall der kompletten Anlage des Pematang Purba. Die Feuerstellen im Inneren waren schon Jahrzehnte nicht mehr in Betrieb und so hatte es bei der Feuchtigkeit der Schimmel und die Insekten leicht, den Verfall voranzutreiben.

Schockiert war ich über riesige Löcher von mehr als daumengroßen Käfern, deren Maden noch größere Löcher in den massiven Holzstrukturen hinterlassen hatten.

Stark zersetztes Holz eines Batak Hauses im Pematang Purba

Neben den Holzbauten erinnerten auf dem Gelände noch christlich geprägte Gräber der Stammesangehörigen an die Christianisierung des ehemaligen Naturvolks. Auf Tafeln war zu erkennen, dass der letzte Herrscher vor etwa 80 Jahren verstorben war. Seitdem ist die Anlage dem Verfall preisgegeben.

Ich persönlich war nach dem Besuch der Pematang Purba etwas traurig und enttäuscht, dass es diese Palastanlage und die damit verbundene Erinnerung an die ehemalige Kultur bald nicht mehr geben wird. Es fehlt schlicht das Geld und meiner Meinung auch das geschichtliche Interesse der Gesellschaft, um das Königshaus zu erhalten. Wenn du die Überbleibsel der Batak-Architektur noch besichtigen willst, solltest du nicht zu lange warten! Es wird sie nicht mehr lange geben.

Vom Pematang Purba zum Toba-See

Wieder im Auto, starteten wir nach Parapat am Toba-See. Die Straße führte uns einige Kilometer entlang der Klippen, die zum See hin steil abfielen. Bevor wir in die Hafenstadt hinunterfuhren, hielten wir nochmal an, um die wunderbare Aussicht auf den See zu genießen. Außer ein paar kreisrunden Fischfarmen war weit und breit kein Boot in Sicht, das den See gestört hätte.

 

Blick von oben auf den Toba-See mit Fischfarmen und einer Insel

Wenige Stunden später legte unsere Fähre am Hafen von Parapat an. In der langsam untergehenden Sonne setzten wir auf die Insel Samosir über.

 

Ein grünes Boot fährt auf dem Wasser zur Vulkaninsel Samosir

Auf der eigentlich kurzen Strecke von Berastagi nach Parapat war an einem Tag wieder mal so viel passiert! Der Sipiso-Piso Wasserfall hatte mit seiner wilden Schönheit beeindruckt und die Hallen des Pematang Purba blieben mit ihrer kulturellen Bedeutung in Erinnerung.

Warum wir anstatt der geplanten drei Tage auf der Vulkaninsel Samosir fast eine ganze Woche dort verbrachten, erfährst du im nächsten Artikel. Wenn du eine Reise nach Sumatra planst, musst du unbedingt die Insel Samosir besuchen!

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Berastagi – Vulkanausbruch auf Sumatra

Berastagi – Vulkanausbruch auf Sumatra

Eigentlich sollte Berastagi nur ein eher kleiner, unbedeutender Zwischenstopp auf dem Weg zum Toba-See sein. Auf der Fahrt zeigte sich dann aber ein ungewöhnliches Naturschauspiel! Der Vulkanausbruch auf Sumatra, ausgelöst durch den Vulkan Sinabung, machte ein mulmiges Gefühl.

Wie ich den Vulkanausbruch auf Sumatra erlebt habe und was es sonst noch aus Berastagi zu erzählen gibt, erfährst du in diesem Artikel.

Rechnung für einen Aufenthalt in Ketambe mit Dschungeltour

Die Rechnung für den Dschungelaufenthalt

Aber zurück zum Anfang, nach Ketambe, dem Dorf am Rand des Dschungels. Dort hieß es jetzt nämlich Abschied nehmen. Die Rechnung für einen Aufenthalt über drei Tage im Dschungel von Ketambe und zwei Übernachtungen in den Bungalows siehst du hier. Zusätzlich noch jeweils alle Mahlzeiten der Tage und der „Pick-Up-Service“, als wir am ersten Tag in Kutacane gestrandet waren. Für zwei Personen machte das einen Betrag von 2.927.000 IDR aus. Das entspricht in etwa 90 € pro Person!

Es ist unglaublich günstig in Indonesien, wenn man nicht im Luxus reisen will und nur mit dem Rucksack unterwegs ist. Mit einem Währungsrechner kannst du gerne einmal nachrechnen, was einzelne Positionen der Rechnung in Euro kosten.

Aufbruch nach Berastagi

Wir fuhren auf der überdachten Ladefläche eines Pick-Ups gemeinsam mit den Niederländerinnen aus der Unterkunft zurück nach Kutacane. Bei Tageslicht konnte ich am Straßenrand erst sehen, was der letzte Monsunregen angerichtet hatte. Teilweise waren Brücken und nahe am Fluss stehende Häuser weggespült worden. Die Straße glich an manchen Stellen einer Matschpiste, wo man nur mit einem Geländefahrzeug weiterkommen konnte.

Ein Haus und eine Strasse wurden bei Überflutung weggespült
Schlamm aus einem Erdrutsch auf einer Straße

Angekommen in Kutacane warteten wir auf einen der wenigen Busse in Richtung Toba-See. Die Niederländerinnen brachten an der Haltestelle allen ein Kartenspiel bei und so verging die Wartezeit von mehreren Stunden recht schnell. Hier trennten sich unsere Wege und jedes Grüppchen brach in eine andere Richtung auf.

Vulkanausbruch und Ascheregen

Vom Dschungel ging es nun in das Hochland. Berastagi liegt in Sichtweite einiger Vulkane, aber ich hätte nicht gedacht, dass ich einen Vulkanausbruch auf Sumatra erleben würde. Der weiße Kleinbus, in dem ich saß, war vollgepackt mit Menschen. Das kannte ich bereits vom ersten Tag der Reise aus Medan. Der Zwischenstopp am Straßenrand kam daher für mich auch nicht überraschend. Fast alle Reisenden stiegen aus und warteten darauf, dass der Fahrer sein Essen zu sich nahm. 

BTN Busse stehen in Indonesien am Straßenrand

Im Bus hatte ein Passagier versucht mir irgendetwas zu erklären und deutete dabei immer aus dem Fenster. Ich konnte kein Indonesisch, er konnte kein Englisch. So war mir nur das Wort „Sinabung“ im Kopf geblieben.

Während ich wartete, schlenderte ich aus dem Lokal hinaus und machte ein paar Fotos. Plötzlich fühlte ich auf der Haut Regen. Nicht ungewöhnlich. Aber warum war es hell? Und warum fühlte sich der Regen nicht nass an?

Ich sah genauer auf meine Haut. Anstatt Wassertröpfchen sah ich kleine Ascheflocken, die zunehmend auf meinen Arm herabrieselten. Ich sah mich um und merkte, dass überall auf der Motorhaube des Busses kleine graue Häufchen zu sehen waren. „Sinabung“ erinnerte ich mich und sah auf die Landkarte. Tatsächlich!

Hättest du bei dem Ascheregen an einen Vulkanausbruch auf Sumatra gedacht?!

Der Sinabung ist ein Vulkan auf Sumatra, der für seine häufigen Ausbrüche bekannt ist.

Ascheregen durch den Sinabung verdunkelt den Himmel

Die Lichtstimmung war nun irgendwie rätselhaft. Gedämpft, fast neblig, aber doch hell. Irgendwie, als wäre die Farbsättigung heruntergedreht worden.

Beim Vulkan Sinabung kommt es immer wieder teils zu schweren Ausbrüchen. Zuletzt brachte es einer der Vulkanausbrüche auch in die deutschen Nachrichten.

Den Fahrer schien der Umstand nicht besonders zu interessieren, dass gerade der Vulkan Asche spuckte. Wir setzten uns alle wieder in den Kleinbus und weiter ging es nach Berastagi.

Vulkanausbruch auf Sumatra – das Leben geht weiter

Bei Einbruch der Nacht war Berastagi schließlich erreicht. Die Haltestelle zu finden war gar nicht so leicht und irgendwie wusste ich auch nicht, ob das alles richtig war. Freundlich wie die Indonesier sind, versuchten ein paar die richtige Haltestelle zu erklären. Und schon stand ich mit meinem Gepäck am Straßenrand.

Unterkunft in Berastagi Nachelles Homestay

Im Reiseführer* hatten wir uns für das „Nachelle Homestay“ entschieden. Klimaanlage und saubere Räume klangen nach den Tagen im Dschungel wie Musik in meinen Ohren!

Auch am nächsten Tag lag die Asche als dünne Staubschicht auf der ganzen Gegend. Mittlerweile hatte der Ascheregen aber aufgehört. Nachelles Rat, eine OP-Maske zu tragen, befolgte ich gerne.

In der Ferne war der mittlerweile verstummte Gunung Sinabung und der andere Vulkan in der Gegend von Berastagi, der Gunung Sibayak zu erkennen. Ein Regenschauer gegen Mittag beendete den Spuk und wusch alle Überreste des Vulkanausbruchs auf Sumatra von der Landschaft ab.

Mensch auf Dachterrasse mit Vulkanen im Hintergrund

Das heidnisch-christliche Kloster von Berastagi

Einer Erkundung von Berastagi stand nichts mehr im Weg! Als Ziel stand ein christliches Kloster am Ende der Stadt auf dem Plan.

Zu Fuß war die Strecke zwar beachtlich, aber der Weg hielt auch einige Highlights bereit. Nach einem kurzen Stopp in einem Café mit wunderbarem Cappuccino führte ein Pfad in eine bunt bemalte Siedlung hinab. Die Einwohner hatten sich hier künstlerisch wirklich ausgetobt. Natürlich auch um Touristen anzulocken.

Bunt bemalte Häuser im Tal
Zwei Tassen Cappuccino in einem Straßencafé

Am Ende der Straße auf einer Erhöhung stand das Kloster. Es war eine sehr merkwürdige Erscheinung. Mit seinen strohgedeckten Dächern und der typischen Batak-Architektur hatte es eher etwas von einem Stammeszentrum.

Im Innenhof trafen wir auf einen alten Mönch, der zu meiner Überraschung deutsch sprach! Er erklärte, dass er vor vielen Jahren hierher ausgewandert sei und lud uns ein, das Kloster zu besichtigen.

Eine Hütte im Stil der Batak war zu einem kleinen Museum umfunktioniert worden und erzählte die Geschichte dieses Ortes.

Natürlich warf ich auch einen Blick in die Kirche. Diesen Anblick fand ich am faszinierendsten.

Zu all den christlichen Symbolen und der Schöpfungsgeschichte hatten sich auch die Stammesmythen gesellt. Darstellungen von Heiligen hätten genauso gut Personen aus der Geschichte der Batak sein können. Offensichtlich war der christliche Glaube auf die Bedürfnisse der lokalen Ureinwohner zugeschnitten worden.

Strohgedeckte Hütte der Batak im Kloster Berastagi
Altar in der christlichen Kirche von Berastagi

Der Markt in Berastagi

Auch der Rückweg zur Unterkunft hielt noch ein paar Überraschungen bereit. Eine andere Route führte uns auf einen Markt, wo alles Mögliche angeboten wurde.

Mir persönlich blutete das Herz, als ich kleine Welpen in einigen aufgestellten Käfigen sah und nicht wusste, zu welchem Zweck sie verkauft wurden. Ich befürchtete, dass sie früher oder später auf dem Grill landen sollten. Mehr dazu im Artikel über den Toba-See.

Neben Tieren wurden alle möglichen Waren angeboten. Ich wollte schon immer frisch gepressten Zuckerrohrsaft probieren und hatte hier die Gelegenheit dazu. Ich kann den Saft geschmacklich leider nicht empfehlen.

Hast du schon einmal den Stiel einer Maispflanze gekaut? Nein? Das kannst du mal versuchen, dann weißt du, wie Zuckerrohrsaft schmeckt – nur süßer!

Verschiedene Straßenläden auf indonesischem Markt

Ein überdachter Markt für Obst und Gemüse ließ mich über die riesige Auswahl staunen. Ein paar der Exoten kennt man aus unseren verwöhnten Supermärkten. Aber hier wurden Früchte angeboten, die ich noch nie gesehen hatte und von denen ich auch nicht wusste, wie sie überhaupt gegessen werden.

Bunte Mischung an Obst und Gemüse auf indonesischem Markt

Reisebegleiter im Schatten des Gunung Sinabung

In der Unterkunft angekommen sollte die Weiterreise an den Toba-See geplant werden. Zu unserer Überraschung bot Nachelle an, dass ihr Cousin als Fahrer einspringen könnte.

Es kommt oft vor, dass die Betreiber der Unterkünfte gute Kontakte zu anderen Anbietern haben, oder dass sie selbst weiterhelfen können. Du musst meistens einfach nur fragen!

Nachelle kündigte an, dass es möglich wäre, die Kosten mit zwei weiteren Reisenden aus ihrem Guesthouse zu teilen. So lernten wir Harry und Leni kennen. Ein nettes, niederländisches Ehepaar in den 50ern, das gerne reist und schon viel von Indonesien gesehen hatte. Wir steckten kurz zusammen die Reiseroute für den nächsten Tag ab und ich freute mich auf die kommende Fahrt zum Toba-See.

Selbst ein Aufenthalt in einer eher weniger beeindruckenden Stadt wie Berastagi hatte sich als Abenteuer herausgestellt! Einen Vulkanausbruch auf Sumatra zu erleben hätte ich mir nicht gedacht. Bei den vielen Vulkanen in Indonesien hast du auch eine gute Chance den ein oder anderen Ausbruch zu erleben – ob du willst oder nicht!

Was es auf der Strecke zwischen Berastagi und dem Toba-See zu entdecken gibt, erfährst du im nächsten Blogbeitrag.

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Dschungel von Sumatra – Heiße Quellen im Grünen

Dschungel von Sumatra – Heiße Quellen im Grünen

Was erwartest du normalerweise vom Dschungel von Sumatra? Dickes Blätterdach, exotische Tiere und Pflanzen – klar! Aber hättest du mit natürlichen, heißen Quellen im absoluten Nirgendwo gerechnet? Was es damit auf sich hat erfährst du in diesem Blogeintrag.

Tiefer in den Dschungel von Sumatra

Trotz der vielen Geräusche und der sehr unbequemen Liegefläche konnte ich recht gut schlafen. Am nächsten Morgen waren die „Pancaces with Lime and Sugar“ zum Frühstück schon fast fertig. So hatte ich Pfannkuchen noch nie gegessen. Ist aber empfehlenswert! Dazu noch Kaffee mit Lagerfeuergeschmack und Ananas – ein perfektes Dschungelfrühstück.

Pfannkuchen mit Zucker und Limette und Kaffee

Wir packten unsere Sachen und holten die Kleidung, die wir im Fluss gewaschen hatten. Als Trocken konnte man die Wäsche aber nicht bezeichnen. Im Dschungel trocknet nichts. Die nasse Kleidung schnallte ich mir einfach außen an den Rucksack. Weil es so drückend heiß war, kam ich auf die Idee, die Beine meiner Trekkinghose abzunehmen. Die Stulpen aus Stoff sollten mich ja schützen.

Der tägliche Regenguss ließ nicht lange auf sich warten und damit auch die Ankunft der Blutegel. So schnell wir im Dschungel auch unterwegs waren, irgendwie schaffte es so ein Vieh, sich an meinem freiliegenden Bein festzusaugen. Ich wusste nicht wie ich den Blutsauger am besten wieder loswerde und schnippte ihn einfach weg. Was soll ich sagen? Hat funktioniert!

Das war mir definitiv eine Lehre und hoffentlich auch dir, wenn du vor hast den Dschungel von Sumatra zu erkunden. Niemals mit kurzer Hose in den Dschungel!

Den ganzen Vormittag über ließen sich leider keine Orang-Utans blicken. Dafür trafen wir auf andere, langschwänzige Affen, die sich von uns bei ihrer täglichen Routine nicht aus der Ruhe bringen ließen. Gewaltige Insekten versteckten sich im Unterholz und faszinierend fragil wirkende Blüten sprießten am Rand des Pfads. Eigentlich war es nicht ein einziger Pfad im Dschungel. Vielmehr ein ganzes Netzwerk aus kaum sichtbaren Wegen und Abkürzungen, die uns ohne Rudy als unseren Guide nie wieder aus dem Dschungel freigelassen hätten.

Hundertfuessler am Waldboden im Dschungel
Kleine weisse Blueten im Dschungel von Sumatra
Grosse Assel im Dschungel mit Daumen als Vergleich

Dann erreichten wir an anderer Stelle wieder den Fluss. An dieser Stelle mussten wir unsere Hosen weit hochkrempeln und an einer geeigneten Furt durch das schnell strömende Wasser waten. Ich hoffte inständig, dass ich nicht umfalle und mein Handy zerstört wird. Natürlich hatte ich es trotzdem in eine Plastiktüte gewickelt. In jedem Fall wäre es sehr unangenehm geworden, wenn alles, was ich im Rucksack und an mir hatte durchnässt worden wäre.

Heiße Quellen im Grünen

Auf der anderen Seite des Flusses sah ich Dampfschwaden aufsteigen. Da ich meine Schuhe noch nicht wieder angezogen hatte, musste ich aufpassen, mir meine Füße nicht zu verbrühen.

Dem Wasser sah man natürlich nicht an, dass es heiß und stellenweise kochend aus dem Boden sprudelte. In einigen Metern Entfernung zu den heißen Steinen hatte unser Träger auf einer felsigen Erhöhung am Flussufer bereits das nächste Lager errichtet. Ich war froh, endlich die komplett durchgeschwitzte Kleidung wieder im Fluss waschen zu können.

Das heiße Wasser hatte auch den Vorteil, dass ich tatsächlich mitten im Dschungel Kochwäsche machen konnte. Alles roch zwar dann leicht schwefelig, aber egal. Die großen Steine neben den heißen Quellen wirkten außerdem wie eine Fußbodenheizung, auf der ich meine nasse Kleidung zum Trocknen ausbreiten konnte.

Kleidung trocknet auf heissen Steinen im Dschungel

Das Highlight lag definitiv mitten im Fluss. Die Guides hatten bei ihren ganzen Besuchen im Dschungel einige Steine im Fluss neu angeordnet. Das heiße Thermalwasser wurde dadurch so mit dem kühleren Flusswasser gemischt, dass zwischen den Steinen natürlich beheizte Pools entstanden.

Je nachdem, wie nah man sich an die Quellen heranwagte, stieg auch die Temperatur. Selbstverständlich wollte ich das Wasser gar nicht mehr verlassen! Im Thermalwasser liegend blickte ich in die grüne Wildnis und lauschte dem Geschrei der Affen und Vögel. Genau dieses Gefühl versuchen europäische Thermalbäder immer wieder nachzubilden und wirken dabei im Vergleich zur natürlichen Realität wie ein schlechter Witz.

Hier war außer uns paar Rucksacktouristen und Einheimischen niemand. Hier war nur Natur. Alleine für diesen Moment hatte sich die Expedition in den Dschungel schon gelohnt.

Heisse Quellen im Fluss im Dschungel von Sumatra

Von den Heißen Quellen zurück in den Dschungel

Gut und gerne hätte ich auch den restlichen Tag noch in dem warmen Wasser der heißen Quellen liegen können, aber ich war ja wegen den Abenteuern im Dschungel hier!

Gesättigt und mit gewechselter Kleidung machten wir uns wieder auf den Weg ins Unterholz. Leider blieb uns die Sichtung der Orang-Utans an diesem Tag komplett verwehrt. Unverrichteter Dinge kehrten wir in das Lager zurück. Gerade noch rechtzeitig, bevor die Sonne unterging und ein ordentlicher Regenguss einsetzte. Der ohrenbetäubende Geräuschpegel direkt am rauschenden Fluss hinderte mich trotzdem nicht daran, schnell einzuschlafen. Ich war komplett erledigt.

Am nächsten Morgen brachen wir nochmal zu einer Expedition in den Dschungel auf. Nach ein paar Stunden Wanderung wurde unsere Geduld dann tatsächlich belohnt!

Der Dschungelführer Rudy war den Geräuschen gefolgt und hatte uns direkt zu den Waldmenschen geführt. Zwei Orang-Utan Weibchen und ein Junges turnten über unseren Köpfen dahin. Direkt begeistert schienen die Affen jedoch nicht von unserer Anwesenheit zu sein.

Hin und wieder gaben sie uns mit Lauten zu verstehen, dass wir sie in Ruhe lassen sollten. Das taten wir dann auch schnell wieder. Rudy wollte zwar, dass wir noch mehr Gelegenheit für Fotos und Beobachtung hätten, aber das schien mir nicht richtig und so entfernten wir uns wieder von den Orang-Utans.

Orang-Utan klettert in den Baumkronen im Dschungel von Sumatra

Hinaus aus den Wäldern von Sumatras Dschungel

Auf dem Weg zurück nach Ketambe hielten wir nochmal an einer Flussbiegung an, wo wir uns im Wasser abkühlen konnten. Nach der kleinen, erfrischenden Pause machten wir uns an die letzte Etappe aus dem Urwald hinaus.

Kurz vor Einbruch der Nacht erreichten wir dann auch die Unterkunft. Dort wartete bereits die andere Gruppe mit den Niederländerinnen, die eine kürzere Tour gebucht hatten. Bei frisch gebratenem Tempeh mit Gemüse und Bintang Bier tauschten wir uns über die Erlebnisse aus, die wir die letzten Tage hatten.

Rudy und die Dschungelguides brauchen deine Unterstützung! Wenn du eine Tour in den Dschungel von Ketambe buchen möchtest, frag doch nach Rudy! Sein Facebookprofil habe ich dir verlinkt. Mit der Corona-Pandemie haben die ohnehin prekär beschäftigten Locals ihre gesamte Einkommensquelle verloren.

Sie sind diejenigen, die den Dschungel schützen und den Menschen vor Ort andere Verdienste als Abholzung und Wilderei aufzeigen. Wenn du Rudy und seine Familie direkt unterstützen möchtest, stelle ich gerne einen Kontakt her!

Straße nach Ketambe am Rand des Dschungels

Was die dreitägige Tour im Dschungel mit Verpflegung und zwei weitere Übernachtungen in den Bungalows für zwei Personen gekostet haben, erfährst du im nächsten Eintrag! Außerdem geht die Reise mit einem unerwarteten Ascheregen und neuen Bekannten weiter.

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Dschungelcamp – Orang-Utans und Lagerfeuerkaffee

Dschungelcamp – Orang-Utans und Lagerfeuerkaffee

Im Indonesischen (Bahasa Indonesia) bedeutet „Orang“ Mensch und „Utan“ Wald. Von diesen bedrohten Waldmenschen gibt es leider nicht mehr Viele. Durch Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen schwindet der Bestand langsam dahin. Trotz der schwindenden Zahl an Orang-Utans gibt es ein paar Orte, an denen du den Urwaldbewohnern begegnen kannst! Wolltest du schon immer in einem Dschungelcamp leben? Im Leuser-Nattionalpark hast du die Chance dazu! Mehr dazu erfährst du in diesem Blogeintrag.

Wo die Orang-Utans leben

Auf Sumatra gibt es aber noch ein paar Orte, an denen sich gewöhnliche Menschen und die Orang-Utans frei begegnen können. Zum einen wäre da Bukit Lawang, zum anderen Ketambe, die beide Teil des weitläufigen Leuser Nationalparks sind.

Bukit Lawang liegt im nordöstlichen Teil des Nationalparks und Ketambe ist ein kleines Dorf südwestlich davon gelegen über eine bewaldete Bergkette. Leider hat Bukit Lawang den Ruf, dass Touristenmassen das natürliche Umfeld für die Orang-Utans mittlerweile stark stören. Das liegt vor Allem an der besseren Erreichbarkeit von Bukit Lawang. Ein echtes Dschungelabenteuer erlebst du vor Allem dann, wenn du einen weiteren Weg auf dich nimmst.

Ich habe bei meiner Reise im „Friendship Guesthouse“ übernachtet. Die Bungalows sind sauber und in einer schönen kleinen Anlage gelegen. Du findest aber mehrere Unterkünfte in der Nachbarschaft.

Holzhütte in Ketambe als Unterkunft für Reisende

Ein Tag Erholung vor dem Dschungelabenteuer musste sein. In der Umgebung gab es ja auch ohne Dschungel schon viel zu entdecken! Wild wachsende Bananenstauden säumten den ungezähmten Flusslauf unterhalb der Holzhütten. In der Wiese wucherten Ananaspflanzen wie Unkraut und beim näheren Hinsehen entpuppte sich der Rasen als mit Mimosen gespickte Grünfläche. (Mimosen sind Pflanzen, die bei Berührung schnell ihre kleinen Blättchen schließen.) Ich muss dir wahrscheinlich nicht sagen, dass ich daran eine kindliche Freude hatte. Dann gab es natürlich auch weniger Erfreuliches. Bei einem Spaziergang am Straßenrand überfuhr zum Beispiel ein Kleinbus eine aufgescheuchte Ente. Das arme Tier überlebte kurz mit gebrochenen Knochen, bis sich ein Dorfbewohner ein Messer schnappte und vor unseren Augen kurzen Prozess mit ihr machte. Sehr eindrücklich…

Bananenstauden wachsen wild an einem sandigen Flussufer
Eine Ananas wächst wild in der Wiese

Leider war auch zum ersten Mal die indonesische Art der Müllentsorgung zu sehen. Quasi jedes Haus hat seinen eigenen kleinen Haufen, der ständig vor sich hin glimmt. In die Verbrennung vor der Haustüre kommt alles. Von Blättern bis Plastikbecher und Flip-Flops. Dementsprechend verqualmt ist die Luft in Siedlungsgebieten.

Auf dem Weg ins erste Dschungelcamp

Am nächsten Tag ging es los. Über den Leiter der Unterkunft hatten wir einen Guide namens Rudy und einen Träger gebucht, die uns in den Dschungel führen sollten. Der Träger (und gleichzeitig Koch) hatte sich bereits auf den Weg zum ersten Dschungelcamp gemacht. Das meiste Gepäck blieb zurück und nur das Nötigste wurde in einem kleinen Rucksack verstaut. Zusätzlich zu ein paar Ratschlägen bekamen wir noch kniehohe Stoffstulpen mit auf den Weg – gegen Blutegel. Nach ein paar hundert Metern an der Straße entlang, bog Rudy in einen kaum sichtbaren Dschungelpfad ein. Raus aus der Zivilisation, raus aus dem Telefonnetz (als Deutscher kennt man das ja), rein in den Urwald.

Um mich herum war der Dschungel jetzt voller fremder Geräusche und Gerüche. Ganz zu schweigen von den Pflanzen und Tieren, die ich sonst nur aus dem Fernsehen kannte. Besonders beeindruckend waren die Lianen, die sich als kleine Pflanzen über Samen oder gigantische Luftwurzeln vermehren. Einmal an einem Wirtsbaum angekommen, hat dieser auf lange Sicht keine Chance mehr. Die Liane umwuchert den Stamm, dringt in die Krone ein und nimmt dem Baum die Ressourcen, bis dieser abstirbt. Zurück bleibt ein leeres Skelett, das als hoch aufragende Netzstruktur von dem gewonnenen Kampf zeugt.

Kleine rosarote Blüten im Dschungel von Ketambe
Netz aus Ästen von einer Liane um einen abgestorbenen Baum

Wo stecken die Orang-Utans?

Hier im Dschungel war vor allem die Feuchtigkeit zu spüren. Ich schwitzte wie ein Wasserfall, aber bei der hohen Luftfeuchtigkeit verdunstete kaum etwas. Rudy fand ein paar Spuren von Orang-Utans, aber von den Verursachern fehlte jede Spur. Dafür zeigten sich unangenehmere Zeitgenossen. Eigentlich ungewöhnlich für die Trockenzeit, regnete es jeden Tag. Kurz nach den Regengüssen kamen dann die Blutegel aus ihren Löchern gekrochen. Wie kleine Tentakel, die riechen und vorwärts wackeln können, verfolgten sie dann jeden Schritt in einem Tempo, das ich nicht für möglich gehalten hätte. Ekelhafte Biester.

Die Stunden gingen dahin und Orang-Utans waren noch nicht in Sichtweite gekommen. Auch wenn der Abenteuercharakter auch ohne die Menschenaffen durchaus ausreichend war. So erreichten wir das erste Camp, wo unser Träger schon dabei war, ein Zelt aus Plastikplanen zu errichten. Das Dschungelcamp lag mehr oder weniger direkt auf einer Sandbank am Flussufer.

Am Lagerfeuer zubereitet gab es Nasi-Goreng zu essen und Kaffee auf indonesische Art. Das Kaffeepulver wird dabei einfach mit kochendem Wasser übergossen. Wenn sich das Pulver am Boden abgesetzt hat, kann der Kaffee getrunken werden. Der Kaffee schmeckte nach europäischen Vorstellungen zwar fürchterlich, aber ich war ja nicht in Europa, sondern im Dschungel. Wer einen gut schmeckenden Kaffee aus Flusswasser im Topf am Lagerfeuer besser kochen kann, darf das gerne machen. 

Makaken belagern das Dschungelcamp

Die frechen Makaken, die unser Dschungelcamp im Rudel belagerten, hätten sich jedenfalls mit allem zufriedengegeben. Regelmäßig mussten die Guides kleinere Steinchen in Richtung der Tiere werfen, damit sie nicht zu aufdringlich wurden.

Erstkontakt mit den Orang-Utans

Nach der Stärkung und einer kleinen Pause machten wir uns nochmal auf den Weg. Immer tiefer in den Dschungel. So spannend die Umgebung mit ihrer Flora und Fauna auch war – die Orang-Utans hielten sich versteckt. Doch dann, im Schatten der schnell untergehenden Sonne, deutete Rudy noch in die Blätterkrone. Dort verbarg ein Orang-Utan Weibchen ihr Baby in einem Nest aus Blättern. Wir hatten gerade noch den Moment erwischt, in dem es Schlafenszeit wurde. Das Letzte, was wir von dem Orang-Utan Baby sahen, war ein Arm, der von der Mutter wieder hinter die Blätterfassade gezogen wurde. So kehrten wir nach der Expedition in das Dschungelcamp zurück, zuversichtlich, dass wir noch mehr zu sehen bekommen.

Abendessen im Dschungelcamp

Pünktlich um 18 Uhr kehrte die Dunkelheit im Dschungelcamp ein. Bei Kerzen- und Stirnlampenlicht wurde Reis mit Tempeh serviert. Tempeh kannte ich bis dahin noch nicht. Das sind Sojabohnen, die traditionell in der Sonne auf Bananenblättern fermentiert werden. Der fermentierende Pilz macht die Bohnen weich und lässt sie verklumpen. Die fermentierten Sojabohnen werden dann gebraten und gewürzt. Richtig lecker! Dieses Gericht rettete mich definitiv über die Zeit in Indonesien.

Tempeh mit Reis und Gemüse im Dschungelcamp

Der erste Tag im Dschungel ließ mich einfach nur staunen. Ich hatte nicht erwartet, bereits am ersten Tag einen Blick auf Orang-Utans zu erhaschen und war fasziniert von Allem um mich herum. Ich hätte nicht gedacht, mit welch einfachen Mitteln man ein Lager mitten im Nirgendwo aufschlagen kann und wie lecker man am Lagerfeuer kochen kann.

Ein wilder Bach fließt durch den Dschungel im Leuser Nationalpark

Hilfe für die Dschungelguides

Rudy und die Dschungelguides brauchen deine Unterstützung! Wenn du eine Tour in den Dschungel von Ketambe buchen möchtest, frag doch nach Rudy! Sein Facebookprofil habe ich dir verlinkt. Mit der Corona-Pandemie haben die ohnehin prekär beschäftigten Locals ihre gesamte Einkommensquelle verloren. Sie sind diejenigen, die den Dschungel schützen und den Menschen vor Ort andere Verdienste als Abholzung und Wilderei aufzeigen. Wenn du Rudy und seine Familie direkt unterstützen möchtest, stelle ich gerne einen Kontakt her!

Wie es ist, im Dschungel in heißen Quellen zu baden und was noch zwischen den Blättern auf dich wartet, erfährst du im nächsten Eintrag!

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Medan – Ankommen in Sumatras Metropole Medan

Medan – Ankommen in Sumatras Metropole Medan

Hast du dich schon einmal gefragt, wie du in einer riesigen Stadt in einem fernen Land überhaupt klarkommst? Wie findest du den richtigen Weg in Sumatras Metropole Medan? Wie kannst du kommunizieren? Vielleicht hilft dir der Blogeintrag dabei, deine ersten Schritte in einem exotischen Land und in einer Stadt wie Medan zu planen.

Vom Flughafen Kualanamu in Sumatras Metropole Medan

Kaum aus dem Flughafengebäude draußen, war da erstmal – nichts – allgemeine Ratlosigkeit. Der Flughafen von Medan liegt nämlich ein paar Kilometer außerhalb der Metropole. Ich hatte keine Ahnung, wie wir vom Flughafen in die Stadt Medan kommen sollten. Im Reiseführer* stand dazu, dass es verschiedene Buslinien in die Stadt gibt. Es blieb also nichts anderes übrig, als mit Händen und Füßen nach der richtigen Richtung zu fragen und irgendwie in den passenden Bus einzusteigen. Was sofort auffiel, war die Kommunikationsbereitschaft der Menschen. Mit ein bisschen Englisch und dem Namen der Station wo es hingehen sollte, war relativ schnell ein Bus ausfindig gemacht.

Ohne zu wissen wie bezahlt wird und wie viel das kostet (das war in der Situation mein unangenehmster Gedanke) quetschten wir uns auf einen rostigen Sitz. Auf Nachfragen, wie die Bezahlung abläuft, schaute mich der Begleitfahrer nur ungläubig an (wahrscheinlich konnte er überhaupt nicht verstehen was ich von ihm wollte). Nach ein paar Minuten auf dem Weg in die Stadt Medan hielt der Bus dann kurz an. Der Begleiter fing an, je nach Endstation Scheine einzusammeln. So bezahlt man also im Bus!

Indonesiens Verkehr ist speziell

Über den Verkehr in Sumatras Metropole Medan konnte ich nur staunen. Alle fahren so wild und ohne Regeln durcheinander! Bei dem Fahrstil wäre ich in Deutschland sofort wieder aus dem Bus ausgestiegen und hätte daran gezweifelt, dass der Fahrer jemals zuvor in einem Fahrzeug gesessen ist. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass mir die richtig schlimmen Fahrten erst noch bevorstanden. Ich wunderte mich, dass bei dem ganzen Chaos anscheinend trotzdem keine Unfälle passierten. Auf dem relativ kurzen Weg in die Innenstadt von Medan fand ich aber schnell heraus, dass sehr wohl Unfälle passieren! Gleich zwei Unfälle und ein – mal leiseres, mal lauteres, aber konstantes – Sirenengeräusch belehrten mich eines Besseren.

Vorräte und wichtige Erledigungen

Medan – was für ein Moloch! So viele Menschen, so viele Roller, so viel Rauch und leider auch Müll überall. Wirklich keine schöne Stadt. Hier galt es jetzt sich zurechtzufinden. An der Haltestation in Medan waren die Prioritäten klar:

 

  1. Wasser und Reiseproviant aufstocken
  2. SIM-Karte kaufen
  3. Essen auftreiben

Eine SIM-Karte ist ABSOLUT wichtig! Besorge dir sobald wie möglich eine Karte. Ohne mobilen Internetzugang und eine Möglichkeit zu telefonieren wirst du nicht weit kommen. Zur Netzabdeckung kann ich dir nur sagen, dass Indonesien flächendeckend besseres mobiles Internet hat als Deutschland.

Mann am Strassenrand vor einem Laden

Direkt neben der Haltestelle befand sich eine Shopping-Mall. Das sah vielversprechend aus! Von der drückend feuchten Luft um die 30°C ging es jetzt wieder in einen Supermarkt, der gefühlt nahe an den Gefrierpunkt klimatisiert worden war. So viele Lebensmittel, die ich noch nie gesehen hatte! Sicherheitshalber kaufte ich dann Bananen und Kekse – die kannte ich wenigstens. Checkpoint 1 erreicht. Das zweite war die SIM-Karte. In einem kleinen Laden in der Mall war es relativ leicht eine SIM-Karte zu kaufen. Während die Dokumente am Schalter fertiggestellt wurden, musste ich zwischenzeitlich dringend auf die Toilette. Dort fand ich natürlich kein WC, wie ich es aus Deutschland kannte. Ein Loch im Boden und ein Wasserschlauch. Das war alles. Dass das so sein würde, war mir zuvor natürlich klar. Trotzdem war der erste Toilettengang in Indonesien äußerst seltsam…

Was soll ich nur essen?

Langsam stellte sich auch der Hunger ein. Also ab über die Straße und in irgendein Lokal. So einfach war es leider auch wieder nicht! Die erste Straßenüberquerung war eine Katastrophe. Nach ungefähr 5 Minuten Wartezeit war es im Laufschritt endlich möglich eine Hauptstraße in Medan mit deutschem Sicherheitsgefühl zu überqueren.

Die Straßen in einer Metropole wie Medan überquerst du am besten mit einem kurzen Stoßgebet. Geh dann langsam, aber bestimmt auf die Straße, wenn nicht gerade ein LKW anrollt. Strecke eine Hand in Richtung Verkehr, das signalisiert den Rollerfahrern, dass du die Straße überqueren willst und sie ausweichen müssen. Bleib auf keinen Fall stehen! Mach dir keine Sorgen, der Verkehr „fließt“ um dich herum.

Gasse mit Menschen und Läden in Medan

Auf der anderen Seite angekommen war ich der Meinung, dass der Fußweg viel spannender ist. Wir wurden etwa 100 Mal aufgefordert bei irgendeinem Becak (Motorradtaxi) einzusteigen, aber gehen erschien mir momentan einfacher. Wie sich herausstellte, führte der Weg viel zu weit durch ein sehr ungemütliches Viertel. Nicht nur fehlende Abschnitte im Fußweg, die den Blick auf die darunterliegende Kanalisation freigaben, luden wenig zum Verweilen ein.

Nach viel Herumfragen bei herumstehenden Becak-Fahrern fanden wir den Weg in ein China-Restaurant. Ein China-Restaurant sollte es nicht deshalb sein, weil ich den indonesischen Lokalen gegenüber ein Kulturverweigerer bin. Andere Lokale hatten gegen Ende des muslimischen Fastenbrechens „Idul Fitri“ geschlossen.

Das Essen im Lokal war an sich nicht schlecht, aber der ständige Wechsel von heiß-feuchter Luft zu vollklimatisierten Räumen hatte meiner Verdauung gar nicht gutgetan. Das merkte ich jetzt. Na super – am ersten Tag in Medan hatte mich schon „Magen-Darm“ in den Griff bekommen.

Bereite dich auch auf medizinische Zwischenfälle auf deiner Reise vor! Du musst dir nicht vornehmen schlimme Krankheiten zu kurieren, aber denk daran dir eine vernünftige Reiseapotheke mitzunehmen!

Raus aus Sumatras Metropole Medan!

Mittlerweile hatte uns Sumatras Metropole Medan schon so überfordert, dass der ursprüngliche Plan, erst am Abend nach Kutacane aufzubrechen, verworfen wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich etwa 30 Stunden nicht geschlafen, einen Jetlag und fühlte mich krank. Es gab keinen Grund noch länger hier zu bleiben. Die Unterkunft zu erreichen war jetzt das wichtigste Ziel.

Genau als es dringend nötig war, bog ein Opelet (Minibus) um die Ecke, das den Busbahnhof ansteuerte. Das war die erste Situation, in der genau dann etwas eintraf, wenn es wichtig war. So etwas sollte auf der Reise noch viel öfter passieren. Für 30.000 Rupiah und unter den neugierigen Blicken der Einheimischen zwängte ich mich in das Innere des Buses. Am Busbahnhof stieg ich in das Shuttle nach Kutacane um. In das kleine Fahrzeug von etwa der Größe eines VW-Busses quetschten sich 12 Personen. Als alle zugestiegen waren, wurde noch ein Motorrad auf das Dach geschnallt, worauf sich das Dach ein wenig absenkte.

Voller Kleinbus mit Menschen in Medan

Endlich fuhr der Bus in Richtung Unterkunft! Die Fahrt hinaus aus der Metropole Medan glich aber einem Höllenritt. Das muss ich genauer erklären:

Die ganze hintere Bank war eine einzige Musikbox, aus der permanent (etwa 7-8 Stunden, so lange die Fahrt dauerte) indonesischer Techno dröhnte. Das kann man sich als eine Mischung aus japanischem Gesang, sehr viel Beat und Synthesizer vorstellen.

Der Fahrer war mit Abstand die größte Verkehrsgefahr, die ich bisher in meinem Leben erlebt hatte. Im Dunkeln überholte er wild hupend Fahrzeuge mit viel zu Hoher Geschwindigkeit. Egal on Gegenverkehr in Sicht war. Im Zweifel musste der Gegenverkehr bremsen oder ausweichen.

Und dann war da noch mein Verdauungsproblem, das mich inzwischen sehr plagte.

An einer kleinen Raststätte hielt der Bus an und der Fahrer holte sich etwas zu essen. Es ist ganz normal, dass irgendwann einfach eine Pause eingelegt wird und jeder aussteigen kann, solange bis der Fahrer wieder einsteigt. Die Gelegenheit musste ich nutzen, um auf die Toilette zu gehen. Diese stellte sich leider als nicht mehr als ein Plumpsklo und eine Schöpfkelle mit Wasser heraus. Das Schlimmste also gleich am ersten Tag…

Vieles in diesem Artikel liest sich sehr fatalistisch. Die Erinnerungen an den Tag der Ankunft sind von Überforderung und Übermüdung gezeichnet. Mach dir aber keine Sorgen! Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch nichts von Indonesiens grandioser Schönheit und den tollen Menschen in dem Land gesehen. Eine Rucksackreise in Indonesien ist ein Abenteuer, auf das man sich einfach einlassen muss!

Endspurt nach unendlich langer Fart

Als sich der Bus wieder in Bewegung setzte, war ich trotz all den widrigen Umständen so müde (inzwischen war ich knapp 34 Stunden wach), dass ich einfach tief einschlief. Als ich wieder aufwachte, fiel mir auf, dass die Unterkunft nicht in Kutacane, sondern in Ketambe sein sollte (ca. 30 km weiter nördlich von Kutacane). Nach mehreren Kontaktversuchen zu unserer Unterkunft konnte ich schließlich per Email klären, dass wir am Busbahnhof abgeholt werden würden. Zufälligerweise war unser Gastgeber an diesem Abend bei einem Freund in Kutacane und bot an, uns mitzunehmen.

In strömendem Regen kamen wir dann am falschen Busbahnhof in Kutacane an. Das fanden wir allerdings erst durch die Einheimischen nach ein paar ausgetauschten Gesten und einer wirren Sprachmischung heraus. Zum Glück konnte ein Einheimischer unserem Gastgeber am Telefon unseren momentanen Standort mitteilen, sonst wären wir noch die ganze Nacht dort gestanden. Es stellte sich heraus, dass neben uns noch drei Niederländerinnen zur selben Unterkunft wollten. So konnten wir gleich gemeinsam als Gruppe nach Ketambe fahren.

Nach etwa einer weiteren Stunde Fahrt winkte endlich das erste Bett in Indonesien mit einer verlockenden Portion Schlaf.

Mein persönlicher Tipp und Fazit aus dem ersten Tag in Sumatras Metropole Medan: Keine Panik! Klar musst du dich anstrengen und alles tun, damit du an dein Ziel kommst. Aber das „Schicksal“ wird dir dabei helfen! Die Menschen in Indonesien sind sehr hilfsbereit und unglaublich gut vernetzt. Das kannst du nutzen, um an dein Ziel zu kommen. Geh die Sache ruhig an und vertraue darauf, dass im richtigen Moment das Richtige passiert, dann wird auch alles klappen!

Der Nächste Eintrag führt dich direkt führ mehrere Tage in den Dschungel Sumatras!

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