Berastagi – Vulkanausbruch auf Sumatra

Berastagi – Vulkanausbruch auf Sumatra

Eigentlich sollte Berastagi nur ein eher kleiner, unbedeutender Zwischenstopp auf dem Weg zum Toba-See sein. Auf der Fahrt zeigte sich dann aber ein ungewöhnliches Naturschauspiel! Der Vulkanausbruch auf Sumatra, ausgelöst durch den Vulkan Sinabung, machte ein mulmiges Gefühl.

Wie ich den Vulkanausbruch auf Sumatra erlebt habe und was es sonst noch aus Berastagi zu erzählen gibt, erfährst du in diesem Artikel.

Rechnung für einen Aufenthalt in Ketambe mit Dschungeltour

Die Rechnung für den Dschungelaufenthalt

Aber zurück zum Anfang, nach Ketambe, dem Dorf am Rand des Dschungels. Dort hieß es jetzt nämlich Abschied nehmen. Die Rechnung für einen Aufenthalt über drei Tage im Dschungel von Ketambe und zwei Übernachtungen in den Bungalows siehst du hier. Zusätzlich noch jeweils alle Mahlzeiten der Tage und der „Pick-Up-Service“, als wir am ersten Tag in Kutacane gestrandet waren. Für zwei Personen machte das einen Betrag von 2.927.000 IDR aus. Das entspricht in etwa 90 € pro Person!

Es ist unglaublich günstig in Indonesien, wenn man nicht im Luxus reisen will und nur mit dem Rucksack unterwegs ist. Mit einem Währungsrechner kannst du gerne einmal nachrechnen, was einzelne Positionen der Rechnung in Euro kosten.

Aufbruch nach Berastagi

Wir fuhren auf der überdachten Ladefläche eines Pick-Ups gemeinsam mit den Niederländerinnen aus der Unterkunft zurück nach Kutacane. Bei Tageslicht konnte ich am Straßenrand erst sehen, was der letzte Monsunregen angerichtet hatte. Teilweise waren Brücken und nahe am Fluss stehende Häuser weggespült worden. Die Straße glich an manchen Stellen einer Matschpiste, wo man nur mit einem Geländefahrzeug weiterkommen konnte.

Ein Haus und eine Strasse wurden bei Überflutung weggespült
Schlamm aus einem Erdrutsch auf einer Straße

Angekommen in Kutacane warteten wir auf einen der wenigen Busse in Richtung Toba-See. Die Niederländerinnen brachten an der Haltestelle allen ein Kartenspiel bei und so verging die Wartezeit von mehreren Stunden recht schnell. Hier trennten sich unsere Wege und jedes Grüppchen brach in eine andere Richtung auf.

Vulkanausbruch und Ascheregen

Vom Dschungel ging es nun in das Hochland. Berastagi liegt in Sichtweite einiger Vulkane, aber ich hätte nicht gedacht, dass ich einen Vulkanausbruch auf Sumatra erleben würde. Der weiße Kleinbus, in dem ich saß, war vollgepackt mit Menschen. Das kannte ich bereits vom ersten Tag der Reise aus Medan. Der Zwischenstopp am Straßenrand kam daher für mich auch nicht überraschend. Fast alle Reisenden stiegen aus und warteten darauf, dass der Fahrer sein Essen zu sich nahm. 

BTN Busse stehen in Indonesien am Straßenrand

Im Bus hatte ein Passagier versucht mir irgendetwas zu erklären und deutete dabei immer aus dem Fenster. Ich konnte kein Indonesisch, er konnte kein Englisch. So war mir nur das Wort „Sinabung“ im Kopf geblieben.

Während ich wartete, schlenderte ich aus dem Lokal hinaus und machte ein paar Fotos. Plötzlich fühlte ich auf der Haut Regen. Nicht ungewöhnlich. Aber warum war es hell? Und warum fühlte sich der Regen nicht nass an?

Ich sah genauer auf meine Haut. Anstatt Wassertröpfchen sah ich kleine Ascheflocken, die zunehmend auf meinen Arm herabrieselten. Ich sah mich um und merkte, dass überall auf der Motorhaube des Busses kleine graue Häufchen zu sehen waren. „Sinabung“ erinnerte ich mich und sah auf die Landkarte. Tatsächlich!

Hättest du bei dem Ascheregen an einen Vulkanausbruch auf Sumatra gedacht?!

Der Sinabung ist ein Vulkan auf Sumatra, der für seine häufigen Ausbrüche bekannt ist.

Ascheregen durch den Sinabung verdunkelt den Himmel

Die Lichtstimmung war nun irgendwie rätselhaft. Gedämpft, fast neblig, aber doch hell. Irgendwie, als wäre die Farbsättigung heruntergedreht worden.

Beim Vulkan Sinabung kommt es immer wieder teils zu schweren Ausbrüchen. Zuletzt brachte es einer der Vulkanausbrüche auch in die deutschen Nachrichten.

Den Fahrer schien der Umstand nicht besonders zu interessieren, dass gerade der Vulkan Asche spuckte. Wir setzten uns alle wieder in den Kleinbus und weiter ging es nach Berastagi.

Vulkanausbruch auf Sumatra – das Leben geht weiter

Bei Einbruch der Nacht war Berastagi schließlich erreicht. Die Haltestelle zu finden war gar nicht so leicht und irgendwie wusste ich auch nicht, ob das alles richtig war. Freundlich wie die Indonesier sind, versuchten ein paar die richtige Haltestelle zu erklären. Und schon stand ich mit meinem Gepäck am Straßenrand.

Unterkunft in Berastagi Nachelles Homestay

Im Reiseführer* hatten wir uns für das „Nachelle Homestay“ entschieden. Klimaanlage und saubere Räume klangen nach den Tagen im Dschungel wie Musik in meinen Ohren!

Auch am nächsten Tag lag die Asche als dünne Staubschicht auf der ganzen Gegend. Mittlerweile hatte der Ascheregen aber aufgehört. Nachelles Rat, eine OP-Maske zu tragen, befolgte ich gerne.

In der Ferne war der mittlerweile verstummte Gunung Sinabung und der andere Vulkan in der Gegend von Berastagi, der Gunung Sibayak zu erkennen. Ein Regenschauer gegen Mittag beendete den Spuk und wusch alle Überreste des Vulkanausbruchs auf Sumatra von der Landschaft ab.

Mensch auf Dachterrasse mit Vulkanen im Hintergrund

Das heidnisch-christliche Kloster von Berastagi

Einer Erkundung von Berastagi stand nichts mehr im Weg! Als Ziel stand ein christliches Kloster am Ende der Stadt auf dem Plan.

Zu Fuß war die Strecke zwar beachtlich, aber der Weg hielt auch einige Highlights bereit. Nach einem kurzen Stopp in einem Café mit wunderbarem Cappuccino führte ein Pfad in eine bunt bemalte Siedlung hinab. Die Einwohner hatten sich hier künstlerisch wirklich ausgetobt. Natürlich auch um Touristen anzulocken.

Bunt bemalte Häuser im Tal
Zwei Tassen Cappuccino in einem Straßencafé

Am Ende der Straße auf einer Erhöhung stand das Kloster. Es war eine sehr merkwürdige Erscheinung. Mit seinen strohgedeckten Dächern und der typischen Batak-Architektur hatte es eher etwas von einem Stammeszentrum.

Im Innenhof trafen wir auf einen alten Mönch, der zu meiner Überraschung deutsch sprach! Er erklärte, dass er vor vielen Jahren hierher ausgewandert sei und lud uns ein, das Kloster zu besichtigen.

Eine Hütte im Stil der Batak war zu einem kleinen Museum umfunktioniert worden und erzählte die Geschichte dieses Ortes.

Natürlich warf ich auch einen Blick in die Kirche. Diesen Anblick fand ich am faszinierendsten.

Zu all den christlichen Symbolen und der Schöpfungsgeschichte hatten sich auch die Stammesmythen gesellt. Darstellungen von Heiligen hätten genauso gut Personen aus der Geschichte der Batak sein können. Offensichtlich war der christliche Glaube auf die Bedürfnisse der lokalen Ureinwohner zugeschnitten worden.

Strohgedeckte Hütte der Batak im Kloster Berastagi
Altar in der christlichen Kirche von Berastagi

Der Markt in Berastagi

Auch der Rückweg zur Unterkunft hielt noch ein paar Überraschungen bereit. Eine andere Route führte uns auf einen Markt, wo alles Mögliche angeboten wurde.

Mir persönlich blutete das Herz, als ich kleine Welpen in einigen aufgestellten Käfigen sah und nicht wusste, zu welchem Zweck sie verkauft wurden. Ich befürchtete, dass sie früher oder später auf dem Grill landen sollten. Mehr dazu im Artikel über den Toba-See.

Neben Tieren wurden alle möglichen Waren angeboten. Ich wollte schon immer frisch gepressten Zuckerrohrsaft probieren und hatte hier die Gelegenheit dazu. Ich kann den Saft geschmacklich leider nicht empfehlen.

Hast du schon einmal den Stiel einer Maispflanze gekaut? Nein? Das kannst du mal versuchen, dann weißt du, wie Zuckerrohrsaft schmeckt – nur süßer!

Verschiedene Straßenläden auf indonesischem Markt

Ein überdachter Markt für Obst und Gemüse ließ mich über die riesige Auswahl staunen. Ein paar der Exoten kennt man aus unseren verwöhnten Supermärkten. Aber hier wurden Früchte angeboten, die ich noch nie gesehen hatte und von denen ich auch nicht wusste, wie sie überhaupt gegessen werden.

Bunte Mischung an Obst und Gemüse auf indonesischem Markt

Reisebegleiter im Schatten des Gunung Sinabung

In der Unterkunft angekommen sollte die Weiterreise an den Toba-See geplant werden. Zu unserer Überraschung bot Nachelle an, dass ihr Cousin als Fahrer einspringen könnte.

Es kommt oft vor, dass die Betreiber der Unterkünfte gute Kontakte zu anderen Anbietern haben, oder dass sie selbst weiterhelfen können. Du musst meistens einfach nur fragen!

Nachelle kündigte an, dass es möglich wäre, die Kosten mit zwei weiteren Reisenden aus ihrem Guesthouse zu teilen. So lernten wir Harry und Leni kennen. Ein nettes, niederländisches Ehepaar in den 50ern, das gerne reist und schon viel von Indonesien gesehen hatte. Wir steckten kurz zusammen die Reiseroute für den nächsten Tag ab und ich freute mich auf die kommende Fahrt zum Toba-See.

Selbst ein Aufenthalt in einer eher weniger beeindruckenden Stadt wie Berastagi hatte sich als Abenteuer herausgestellt! Einen Vulkanausbruch auf Sumatra zu erleben hätte ich mir nicht gedacht. Bei den vielen Vulkanen in Indonesien hast du auch eine gute Chance den ein oder anderen Ausbruch zu erleben – ob du willst oder nicht!

Was es auf der Strecke zwischen Berastagi und dem Toba-See zu entdecken gibt, erfährst du im nächsten Blogbeitrag.

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Dschungel von Sumatra – Heiße Quellen im Grünen

Dschungel von Sumatra – Heiße Quellen im Grünen

Was erwartest du normalerweise vom Dschungel von Sumatra? Dickes Blätterdach, exotische Tiere und Pflanzen – klar! Aber hättest du mit natürlichen, heißen Quellen im absoluten Nirgendwo gerechnet? Was es damit auf sich hat erfährst du in diesem Blogeintrag.

Tiefer in den Dschungel von Sumatra

Trotz der vielen Geräusche und der sehr unbequemen Liegefläche konnte ich recht gut schlafen. Am nächsten Morgen waren die „Pancaces with Lime and Sugar“ zum Frühstück schon fast fertig. So hatte ich Pfannkuchen noch nie gegessen. Ist aber empfehlenswert! Dazu noch Kaffee mit Lagerfeuergeschmack und Ananas – ein perfektes Dschungelfrühstück.

Pfannkuchen mit Zucker und Limette und Kaffee

Wir packten unsere Sachen und holten die Kleidung, die wir im Fluss gewaschen hatten. Als Trocken konnte man die Wäsche aber nicht bezeichnen. Im Dschungel trocknet nichts. Die nasse Kleidung schnallte ich mir einfach außen an den Rucksack. Weil es so drückend heiß war, kam ich auf die Idee, die Beine meiner Trekkinghose abzunehmen. Die Stulpen aus Stoff sollten mich ja schützen.

Der tägliche Regenguss ließ nicht lange auf sich warten und damit auch die Ankunft der Blutegel. So schnell wir im Dschungel auch unterwegs waren, irgendwie schaffte es so ein Vieh, sich an meinem freiliegenden Bein festzusaugen. Ich wusste nicht wie ich den Blutsauger am besten wieder loswerde und schnippte ihn einfach weg. Was soll ich sagen? Hat funktioniert!

Das war mir definitiv eine Lehre und hoffentlich auch dir, wenn du vor hast den Dschungel von Sumatra zu erkunden. Niemals mit kurzer Hose in den Dschungel!

Den ganzen Vormittag über ließen sich leider keine Orang-Utans blicken. Dafür trafen wir auf andere, langschwänzige Affen, die sich von uns bei ihrer täglichen Routine nicht aus der Ruhe bringen ließen. Gewaltige Insekten versteckten sich im Unterholz und faszinierend fragil wirkende Blüten sprießten am Rand des Pfads. Eigentlich war es nicht ein einziger Pfad im Dschungel. Vielmehr ein ganzes Netzwerk aus kaum sichtbaren Wegen und Abkürzungen, die uns ohne Rudy als unseren Guide nie wieder aus dem Dschungel freigelassen hätten.

Hundertfuessler am Waldboden im Dschungel
Kleine weisse Blueten im Dschungel von Sumatra
Grosse Assel im Dschungel mit Daumen als Vergleich

Dann erreichten wir an anderer Stelle wieder den Fluss. An dieser Stelle mussten wir unsere Hosen weit hochkrempeln und an einer geeigneten Furt durch das schnell strömende Wasser waten. Ich hoffte inständig, dass ich nicht umfalle und mein Handy zerstört wird. Natürlich hatte ich es trotzdem in eine Plastiktüte gewickelt. In jedem Fall wäre es sehr unangenehm geworden, wenn alles, was ich im Rucksack und an mir hatte durchnässt worden wäre.

Heiße Quellen im Grünen

Auf der anderen Seite des Flusses sah ich Dampfschwaden aufsteigen. Da ich meine Schuhe noch nicht wieder angezogen hatte, musste ich aufpassen, mir meine Füße nicht zu verbrühen.

Dem Wasser sah man natürlich nicht an, dass es heiß und stellenweise kochend aus dem Boden sprudelte. In einigen Metern Entfernung zu den heißen Steinen hatte unser Träger auf einer felsigen Erhöhung am Flussufer bereits das nächste Lager errichtet. Ich war froh, endlich die komplett durchgeschwitzte Kleidung wieder im Fluss waschen zu können.

Das heiße Wasser hatte auch den Vorteil, dass ich tatsächlich mitten im Dschungel Kochwäsche machen konnte. Alles roch zwar dann leicht schwefelig, aber egal. Die großen Steine neben den heißen Quellen wirkten außerdem wie eine Fußbodenheizung, auf der ich meine nasse Kleidung zum Trocknen ausbreiten konnte.

Kleidung trocknet auf heissen Steinen im Dschungel

Das Highlight lag definitiv mitten im Fluss. Die Guides hatten bei ihren ganzen Besuchen im Dschungel einige Steine im Fluss neu angeordnet. Das heiße Thermalwasser wurde dadurch so mit dem kühleren Flusswasser gemischt, dass zwischen den Steinen natürlich beheizte Pools entstanden.

Je nachdem, wie nah man sich an die Quellen heranwagte, stieg auch die Temperatur. Selbstverständlich wollte ich das Wasser gar nicht mehr verlassen! Im Thermalwasser liegend blickte ich in die grüne Wildnis und lauschte dem Geschrei der Affen und Vögel. Genau dieses Gefühl versuchen europäische Thermalbäder immer wieder nachzubilden und wirken dabei im Vergleich zur natürlichen Realität wie ein schlechter Witz.

Hier war außer uns paar Rucksacktouristen und Einheimischen niemand. Hier war nur Natur. Alleine für diesen Moment hatte sich die Expedition in den Dschungel schon gelohnt.

Heisse Quellen im Fluss im Dschungel von Sumatra

Von den Heißen Quellen zurück in den Dschungel

Gut und gerne hätte ich auch den restlichen Tag noch in dem warmen Wasser der heißen Quellen liegen können, aber ich war ja wegen den Abenteuern im Dschungel hier!

Gesättigt und mit gewechselter Kleidung machten wir uns wieder auf den Weg ins Unterholz. Leider blieb uns die Sichtung der Orang-Utans an diesem Tag komplett verwehrt. Unverrichteter Dinge kehrten wir in das Lager zurück. Gerade noch rechtzeitig, bevor die Sonne unterging und ein ordentlicher Regenguss einsetzte. Der ohrenbetäubende Geräuschpegel direkt am rauschenden Fluss hinderte mich trotzdem nicht daran, schnell einzuschlafen. Ich war komplett erledigt.

Am nächsten Morgen brachen wir nochmal zu einer Expedition in den Dschungel auf. Nach ein paar Stunden Wanderung wurde unsere Geduld dann tatsächlich belohnt!

Der Dschungelführer Rudy war den Geräuschen gefolgt und hatte uns direkt zu den Waldmenschen geführt. Zwei Orang-Utan Weibchen und ein Junges turnten über unseren Köpfen dahin. Direkt begeistert schienen die Affen jedoch nicht von unserer Anwesenheit zu sein.

Hin und wieder gaben sie uns mit Lauten zu verstehen, dass wir sie in Ruhe lassen sollten. Das taten wir dann auch schnell wieder. Rudy wollte zwar, dass wir noch mehr Gelegenheit für Fotos und Beobachtung hätten, aber das schien mir nicht richtig und so entfernten wir uns wieder von den Orang-Utans.

Orang-Utan klettert in den Baumkronen im Dschungel von Sumatra

Hinaus aus den Wäldern von Sumatras Dschungel

Auf dem Weg zurück nach Ketambe hielten wir nochmal an einer Flussbiegung an, wo wir uns im Wasser abkühlen konnten. Nach der kleinen, erfrischenden Pause machten wir uns an die letzte Etappe aus dem Urwald hinaus.

Kurz vor Einbruch der Nacht erreichten wir dann auch die Unterkunft. Dort wartete bereits die andere Gruppe mit den Niederländerinnen, die eine kürzere Tour gebucht hatten. Bei frisch gebratenem Tempeh mit Gemüse und Bintang Bier tauschten wir uns über die Erlebnisse aus, die wir die letzten Tage hatten.

Rudy und die Dschungelguides brauchen deine Unterstützung! Wenn du eine Tour in den Dschungel von Ketambe buchen möchtest, frag doch nach Rudy! Sein Facebookprofil habe ich dir verlinkt. Mit der Corona-Pandemie haben die ohnehin prekär beschäftigten Locals ihre gesamte Einkommensquelle verloren.

Sie sind diejenigen, die den Dschungel schützen und den Menschen vor Ort andere Verdienste als Abholzung und Wilderei aufzeigen. Wenn du Rudy und seine Familie direkt unterstützen möchtest, stelle ich gerne einen Kontakt her!

Straße nach Ketambe am Rand des Dschungels

Was die dreitägige Tour im Dschungel mit Verpflegung und zwei weitere Übernachtungen in den Bungalows für zwei Personen gekostet haben, erfährst du im nächsten Eintrag! Außerdem geht die Reise mit einem unerwarteten Ascheregen und neuen Bekannten weiter.

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Dschungelcamp – Orang-Utans und Lagerfeuerkaffee

Dschungelcamp – Orang-Utans und Lagerfeuerkaffee

Im Indonesischen (Bahasa Indonesia) bedeutet „Orang“ Mensch und „Utan“ Wald. Von diesen bedrohten Waldmenschen gibt es leider nicht mehr Viele. Durch Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen schwindet der Bestand langsam dahin. Trotz der schwindenden Zahl an Orang-Utans gibt es ein paar Orte, an denen du den Urwaldbewohnern begegnen kannst! Wolltest du schon immer in einem Dschungelcamp leben? Im Leuser-Nattionalpark hast du die Chance dazu! Mehr dazu erfährst du in diesem Blogeintrag.

Wo die Orang-Utans leben

Auf Sumatra gibt es aber noch ein paar Orte, an denen sich gewöhnliche Menschen und die Orang-Utans frei begegnen können. Zum einen wäre da Bukit Lawang, zum anderen Ketambe, die beide Teil des weitläufigen Leuser Nationalparks sind.

Bukit Lawang liegt im nordöstlichen Teil des Nationalparks und Ketambe ist ein kleines Dorf südwestlich davon gelegen über eine bewaldete Bergkette. Leider hat Bukit Lawang den Ruf, dass Touristenmassen das natürliche Umfeld für die Orang-Utans mittlerweile stark stören. Das liegt vor Allem an der besseren Erreichbarkeit von Bukit Lawang. Ein echtes Dschungelabenteuer erlebst du vor Allem dann, wenn du einen weiteren Weg auf dich nimmst.

Ich habe bei meiner Reise im „Friendship Guesthouse“ übernachtet. Die Bungalows sind sauber und in einer schönen kleinen Anlage gelegen. Du findest aber mehrere Unterkünfte in der Nachbarschaft.

Holzhütte in Ketambe als Unterkunft für Reisende

Ein Tag Erholung vor dem Dschungelabenteuer musste sein. In der Umgebung gab es ja auch ohne Dschungel schon viel zu entdecken! Wild wachsende Bananenstauden säumten den ungezähmten Flusslauf unterhalb der Holzhütten. In der Wiese wucherten Ananaspflanzen wie Unkraut und beim näheren Hinsehen entpuppte sich der Rasen als mit Mimosen gespickte Grünfläche. (Mimosen sind Pflanzen, die bei Berührung schnell ihre kleinen Blättchen schließen.) Ich muss dir wahrscheinlich nicht sagen, dass ich daran eine kindliche Freude hatte. Dann gab es natürlich auch weniger Erfreuliches. Bei einem Spaziergang am Straßenrand überfuhr zum Beispiel ein Kleinbus eine aufgescheuchte Ente. Das arme Tier überlebte kurz mit gebrochenen Knochen, bis sich ein Dorfbewohner ein Messer schnappte und vor unseren Augen kurzen Prozess mit ihr machte. Sehr eindrücklich…

Bananenstauden wachsen wild an einem sandigen Flussufer
Eine Ananas wächst wild in der Wiese

Leider war auch zum ersten Mal die indonesische Art der Müllentsorgung zu sehen. Quasi jedes Haus hat seinen eigenen kleinen Haufen, der ständig vor sich hin glimmt. In die Verbrennung vor der Haustüre kommt alles. Von Blättern bis Plastikbecher und Flip-Flops. Dementsprechend verqualmt ist die Luft in Siedlungsgebieten.

Auf dem Weg ins erste Dschungelcamp

Am nächsten Tag ging es los. Über den Leiter der Unterkunft hatten wir einen Guide namens Rudy und einen Träger gebucht, die uns in den Dschungel führen sollten. Der Träger (und gleichzeitig Koch) hatte sich bereits auf den Weg zum ersten Dschungelcamp gemacht. Das meiste Gepäck blieb zurück und nur das Nötigste wurde in einem kleinen Rucksack verstaut. Zusätzlich zu ein paar Ratschlägen bekamen wir noch kniehohe Stoffstulpen mit auf den Weg – gegen Blutegel. Nach ein paar hundert Metern an der Straße entlang, bog Rudy in einen kaum sichtbaren Dschungelpfad ein. Raus aus der Zivilisation, raus aus dem Telefonnetz (als Deutscher kennt man das ja), rein in den Urwald.

Um mich herum war der Dschungel jetzt voller fremder Geräusche und Gerüche. Ganz zu schweigen von den Pflanzen und Tieren, die ich sonst nur aus dem Fernsehen kannte. Besonders beeindruckend waren die Lianen, die sich als kleine Pflanzen über Samen oder gigantische Luftwurzeln vermehren. Einmal an einem Wirtsbaum angekommen, hat dieser auf lange Sicht keine Chance mehr. Die Liane umwuchert den Stamm, dringt in die Krone ein und nimmt dem Baum die Ressourcen, bis dieser abstirbt. Zurück bleibt ein leeres Skelett, das als hoch aufragende Netzstruktur von dem gewonnenen Kampf zeugt.

Kleine rosarote Blüten im Dschungel von Ketambe
Netz aus Ästen von einer Liane um einen abgestorbenen Baum

Wo stecken die Orang-Utans?

Hier im Dschungel war vor allem die Feuchtigkeit zu spüren. Ich schwitzte wie ein Wasserfall, aber bei der hohen Luftfeuchtigkeit verdunstete kaum etwas. Rudy fand ein paar Spuren von Orang-Utans, aber von den Verursachern fehlte jede Spur. Dafür zeigten sich unangenehmere Zeitgenossen. Eigentlich ungewöhnlich für die Trockenzeit, regnete es jeden Tag. Kurz nach den Regengüssen kamen dann die Blutegel aus ihren Löchern gekrochen. Wie kleine Tentakel, die riechen und vorwärts wackeln können, verfolgten sie dann jeden Schritt in einem Tempo, das ich nicht für möglich gehalten hätte. Ekelhafte Biester.

Die Stunden gingen dahin und Orang-Utans waren noch nicht in Sichtweite gekommen. Auch wenn der Abenteuercharakter auch ohne die Menschenaffen durchaus ausreichend war. So erreichten wir das erste Camp, wo unser Träger schon dabei war, ein Zelt aus Plastikplanen zu errichten. Das Dschungelcamp lag mehr oder weniger direkt auf einer Sandbank am Flussufer.

Am Lagerfeuer zubereitet gab es Nasi-Goreng zu essen und Kaffee auf indonesische Art. Das Kaffeepulver wird dabei einfach mit kochendem Wasser übergossen. Wenn sich das Pulver am Boden abgesetzt hat, kann der Kaffee getrunken werden. Der Kaffee schmeckte nach europäischen Vorstellungen zwar fürchterlich, aber ich war ja nicht in Europa, sondern im Dschungel. Wer einen gut schmeckenden Kaffee aus Flusswasser im Topf am Lagerfeuer besser kochen kann, darf das gerne machen. 

Makaken belagern das Dschungelcamp

Die frechen Makaken, die unser Dschungelcamp im Rudel belagerten, hätten sich jedenfalls mit allem zufriedengegeben. Regelmäßig mussten die Guides kleinere Steinchen in Richtung der Tiere werfen, damit sie nicht zu aufdringlich wurden.

Erstkontakt mit den Orang-Utans

Nach der Stärkung und einer kleinen Pause machten wir uns nochmal auf den Weg. Immer tiefer in den Dschungel. So spannend die Umgebung mit ihrer Flora und Fauna auch war – die Orang-Utans hielten sich versteckt. Doch dann, im Schatten der schnell untergehenden Sonne, deutete Rudy noch in die Blätterkrone. Dort verbarg ein Orang-Utan Weibchen ihr Baby in einem Nest aus Blättern. Wir hatten gerade noch den Moment erwischt, in dem es Schlafenszeit wurde. Das Letzte, was wir von dem Orang-Utan Baby sahen, war ein Arm, der von der Mutter wieder hinter die Blätterfassade gezogen wurde. So kehrten wir nach der Expedition in das Dschungelcamp zurück, zuversichtlich, dass wir noch mehr zu sehen bekommen.

Abendessen im Dschungelcamp

Pünktlich um 18 Uhr kehrte die Dunkelheit im Dschungelcamp ein. Bei Kerzen- und Stirnlampenlicht wurde Reis mit Tempeh serviert. Tempeh kannte ich bis dahin noch nicht. Das sind Sojabohnen, die traditionell in der Sonne auf Bananenblättern fermentiert werden. Der fermentierende Pilz macht die Bohnen weich und lässt sie verklumpen. Die fermentierten Sojabohnen werden dann gebraten und gewürzt. Richtig lecker! Dieses Gericht rettete mich definitiv über die Zeit in Indonesien.

Tempeh mit Reis und Gemüse im Dschungelcamp

Der erste Tag im Dschungel ließ mich einfach nur staunen. Ich hatte nicht erwartet, bereits am ersten Tag einen Blick auf Orang-Utans zu erhaschen und war fasziniert von Allem um mich herum. Ich hätte nicht gedacht, mit welch einfachen Mitteln man ein Lager mitten im Nirgendwo aufschlagen kann und wie lecker man am Lagerfeuer kochen kann.

Ein wilder Bach fließt durch den Dschungel im Leuser Nationalpark

Hilfe für die Dschungelguides

Rudy und die Dschungelguides brauchen deine Unterstützung! Wenn du eine Tour in den Dschungel von Ketambe buchen möchtest, frag doch nach Rudy! Sein Facebookprofil habe ich dir verlinkt. Mit der Corona-Pandemie haben die ohnehin prekär beschäftigten Locals ihre gesamte Einkommensquelle verloren. Sie sind diejenigen, die den Dschungel schützen und den Menschen vor Ort andere Verdienste als Abholzung und Wilderei aufzeigen. Wenn du Rudy und seine Familie direkt unterstützen möchtest, stelle ich gerne einen Kontakt her!

Wie es ist, im Dschungel in heißen Quellen zu baden und was noch zwischen den Blättern auf dich wartet, erfährst du im nächsten Eintrag!

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Medan – Ankommen in Sumatras Metropole Medan

Medan – Ankommen in Sumatras Metropole Medan

Hast du dich schon einmal gefragt, wie du in einer riesigen Stadt in einem fernen Land überhaupt klarkommst? Wie findest du den richtigen Weg in Sumatras Metropole Medan? Wie kannst du kommunizieren? Vielleicht hilft dir der Blogeintrag dabei, deine ersten Schritte in einem exotischen Land und in einer Stadt wie Medan zu planen.

Vom Flughafen Kualanamu in Sumatras Metropole Medan

Kaum aus dem Flughafengebäude draußen, war da erstmal – nichts – allgemeine Ratlosigkeit. Der Flughafen von Medan liegt nämlich ein paar Kilometer außerhalb der Metropole. Ich hatte keine Ahnung, wie wir vom Flughafen in die Stadt Medan kommen sollten. Im Reiseführer* stand dazu, dass es verschiedene Buslinien in die Stadt gibt. Es blieb also nichts anderes übrig, als mit Händen und Füßen nach der richtigen Richtung zu fragen und irgendwie in den passenden Bus einzusteigen. Was sofort auffiel, war die Kommunikationsbereitschaft der Menschen. Mit ein bisschen Englisch und dem Namen der Station wo es hingehen sollte, war relativ schnell ein Bus ausfindig gemacht.

Ohne zu wissen wie bezahlt wird und wie viel das kostet (das war in der Situation mein unangenehmster Gedanke) quetschten wir uns auf einen rostigen Sitz. Auf Nachfragen, wie die Bezahlung abläuft, schaute mich der Begleitfahrer nur ungläubig an (wahrscheinlich konnte er überhaupt nicht verstehen was ich von ihm wollte). Nach ein paar Minuten auf dem Weg in die Stadt Medan hielt der Bus dann kurz an. Der Begleiter fing an, je nach Endstation Scheine einzusammeln. So bezahlt man also im Bus!

Indonesiens Verkehr ist speziell

Über den Verkehr in Sumatras Metropole Medan konnte ich nur staunen. Alle fahren so wild und ohne Regeln durcheinander! Bei dem Fahrstil wäre ich in Deutschland sofort wieder aus dem Bus ausgestiegen und hätte daran gezweifelt, dass der Fahrer jemals zuvor in einem Fahrzeug gesessen ist. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass mir die richtig schlimmen Fahrten erst noch bevorstanden. Ich wunderte mich, dass bei dem ganzen Chaos anscheinend trotzdem keine Unfälle passierten. Auf dem relativ kurzen Weg in die Innenstadt von Medan fand ich aber schnell heraus, dass sehr wohl Unfälle passieren! Gleich zwei Unfälle und ein – mal leiseres, mal lauteres, aber konstantes – Sirenengeräusch belehrten mich eines Besseren.

Vorräte und wichtige Erledigungen

Medan – was für ein Moloch! So viele Menschen, so viele Roller, so viel Rauch und leider auch Müll überall. Wirklich keine schöne Stadt. Hier galt es jetzt sich zurechtzufinden. An der Haltestation in Medan waren die Prioritäten klar:

 

  1. Wasser und Reiseproviant aufstocken
  2. SIM-Karte kaufen
  3. Essen auftreiben

Eine SIM-Karte ist ABSOLUT wichtig! Besorge dir sobald wie möglich eine Karte. Ohne mobilen Internetzugang und eine Möglichkeit zu telefonieren wirst du nicht weit kommen. Zur Netzabdeckung kann ich dir nur sagen, dass Indonesien flächendeckend besseres mobiles Internet hat als Deutschland.

Mann am Strassenrand vor einem Laden

Direkt neben der Haltestelle befand sich eine Shopping-Mall. Das sah vielversprechend aus! Von der drückend feuchten Luft um die 30°C ging es jetzt wieder in einen Supermarkt, der gefühlt nahe an den Gefrierpunkt klimatisiert worden war. So viele Lebensmittel, die ich noch nie gesehen hatte! Sicherheitshalber kaufte ich dann Bananen und Kekse – die kannte ich wenigstens. Checkpoint 1 erreicht. Das zweite war die SIM-Karte. In einem kleinen Laden in der Mall war es relativ leicht eine SIM-Karte zu kaufen. Während die Dokumente am Schalter fertiggestellt wurden, musste ich zwischenzeitlich dringend auf die Toilette. Dort fand ich natürlich kein WC, wie ich es aus Deutschland kannte. Ein Loch im Boden und ein Wasserschlauch. Das war alles. Dass das so sein würde, war mir zuvor natürlich klar. Trotzdem war der erste Toilettengang in Indonesien äußerst seltsam…

Was soll ich nur essen?

Langsam stellte sich auch der Hunger ein. Also ab über die Straße und in irgendein Lokal. So einfach war es leider auch wieder nicht! Die erste Straßenüberquerung war eine Katastrophe. Nach ungefähr 5 Minuten Wartezeit war es im Laufschritt endlich möglich eine Hauptstraße in Medan mit deutschem Sicherheitsgefühl zu überqueren.

Die Straßen in einer Metropole wie Medan überquerst du am besten mit einem kurzen Stoßgebet. Geh dann langsam, aber bestimmt auf die Straße, wenn nicht gerade ein LKW anrollt. Strecke eine Hand in Richtung Verkehr, das signalisiert den Rollerfahrern, dass du die Straße überqueren willst und sie ausweichen müssen. Bleib auf keinen Fall stehen! Mach dir keine Sorgen, der Verkehr „fließt“ um dich herum.

Gasse mit Menschen und Läden in Medan

Auf der anderen Seite angekommen war ich der Meinung, dass der Fußweg viel spannender ist. Wir wurden etwa 100 Mal aufgefordert bei irgendeinem Becak (Motorradtaxi) einzusteigen, aber gehen erschien mir momentan einfacher. Wie sich herausstellte, führte der Weg viel zu weit durch ein sehr ungemütliches Viertel. Nicht nur fehlende Abschnitte im Fußweg, die den Blick auf die darunterliegende Kanalisation freigaben, luden wenig zum Verweilen ein.

Nach viel Herumfragen bei herumstehenden Becak-Fahrern fanden wir den Weg in ein China-Restaurant. Ein China-Restaurant sollte es nicht deshalb sein, weil ich den indonesischen Lokalen gegenüber ein Kulturverweigerer bin. Andere Lokale hatten gegen Ende des muslimischen Fastenbrechens „Idul Fitri“ geschlossen.

Das Essen im Lokal war an sich nicht schlecht, aber der ständige Wechsel von heiß-feuchter Luft zu vollklimatisierten Räumen hatte meiner Verdauung gar nicht gutgetan. Das merkte ich jetzt. Na super – am ersten Tag in Medan hatte mich schon „Magen-Darm“ in den Griff bekommen.

Bereite dich auch auf medizinische Zwischenfälle auf deiner Reise vor! Du musst dir nicht vornehmen schlimme Krankheiten zu kurieren, aber denk daran dir eine vernünftige Reiseapotheke mitzunehmen!

Raus aus Sumatras Metropole Medan!

Mittlerweile hatte uns Sumatras Metropole Medan schon so überfordert, dass der ursprüngliche Plan, erst am Abend nach Kutacane aufzubrechen, verworfen wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich etwa 30 Stunden nicht geschlafen, einen Jetlag und fühlte mich krank. Es gab keinen Grund noch länger hier zu bleiben. Die Unterkunft zu erreichen war jetzt das wichtigste Ziel.

Genau als es dringend nötig war, bog ein Opelet (Minibus) um die Ecke, das den Busbahnhof ansteuerte. Das war die erste Situation, in der genau dann etwas eintraf, wenn es wichtig war. So etwas sollte auf der Reise noch viel öfter passieren. Für 30.000 Rupiah und unter den neugierigen Blicken der Einheimischen zwängte ich mich in das Innere des Buses. Am Busbahnhof stieg ich in das Shuttle nach Kutacane um. In das kleine Fahrzeug von etwa der Größe eines VW-Busses quetschten sich 12 Personen. Als alle zugestiegen waren, wurde noch ein Motorrad auf das Dach geschnallt, worauf sich das Dach ein wenig absenkte.

Voller Kleinbus mit Menschen in Medan

Endlich fuhr der Bus in Richtung Unterkunft! Die Fahrt hinaus aus der Metropole Medan glich aber einem Höllenritt. Das muss ich genauer erklären:

Die ganze hintere Bank war eine einzige Musikbox, aus der permanent (etwa 7-8 Stunden, so lange die Fahrt dauerte) indonesischer Techno dröhnte. Das kann man sich als eine Mischung aus japanischem Gesang, sehr viel Beat und Synthesizer vorstellen.

Der Fahrer war mit Abstand die größte Verkehrsgefahr, die ich bisher in meinem Leben erlebt hatte. Im Dunkeln überholte er wild hupend Fahrzeuge mit viel zu Hoher Geschwindigkeit. Egal on Gegenverkehr in Sicht war. Im Zweifel musste der Gegenverkehr bremsen oder ausweichen.

Und dann war da noch mein Verdauungsproblem, das mich inzwischen sehr plagte.

An einer kleinen Raststätte hielt der Bus an und der Fahrer holte sich etwas zu essen. Es ist ganz normal, dass irgendwann einfach eine Pause eingelegt wird und jeder aussteigen kann, solange bis der Fahrer wieder einsteigt. Die Gelegenheit musste ich nutzen, um auf die Toilette zu gehen. Diese stellte sich leider als nicht mehr als ein Plumpsklo und eine Schöpfkelle mit Wasser heraus. Das Schlimmste also gleich am ersten Tag…

Vieles in diesem Artikel liest sich sehr fatalistisch. Die Erinnerungen an den Tag der Ankunft sind von Überforderung und Übermüdung gezeichnet. Mach dir aber keine Sorgen! Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch nichts von Indonesiens grandioser Schönheit und den tollen Menschen in dem Land gesehen. Eine Rucksackreise in Indonesien ist ein Abenteuer, auf das man sich einfach einlassen muss!

Endspurt nach unendlich langer Fart

Als sich der Bus wieder in Bewegung setzte, war ich trotz all den widrigen Umständen so müde (inzwischen war ich knapp 34 Stunden wach), dass ich einfach tief einschlief. Als ich wieder aufwachte, fiel mir auf, dass die Unterkunft nicht in Kutacane, sondern in Ketambe sein sollte (ca. 30 km weiter nördlich von Kutacane). Nach mehreren Kontaktversuchen zu unserer Unterkunft konnte ich schließlich per Email klären, dass wir am Busbahnhof abgeholt werden würden. Zufälligerweise war unser Gastgeber an diesem Abend bei einem Freund in Kutacane und bot an, uns mitzunehmen.

In strömendem Regen kamen wir dann am falschen Busbahnhof in Kutacane an. Das fanden wir allerdings erst durch die Einheimischen nach ein paar ausgetauschten Gesten und einer wirren Sprachmischung heraus. Zum Glück konnte ein Einheimischer unserem Gastgeber am Telefon unseren momentanen Standort mitteilen, sonst wären wir noch die ganze Nacht dort gestanden. Es stellte sich heraus, dass neben uns noch drei Niederländerinnen zur selben Unterkunft wollten. So konnten wir gleich gemeinsam als Gruppe nach Ketambe fahren.

Nach etwa einer weiteren Stunde Fahrt winkte endlich das erste Bett in Indonesien mit einer verlockenden Portion Schlaf.

Mein persönlicher Tipp und Fazit aus dem ersten Tag in Sumatras Metropole Medan: Keine Panik! Klar musst du dich anstrengen und alles tun, damit du an dein Ziel kommst. Aber das „Schicksal“ wird dir dabei helfen! Die Menschen in Indonesien sind sehr hilfsbereit und unglaublich gut vernetzt. Das kannst du nutzen, um an dein Ziel zu kommen. Geh die Sache ruhig an und vertraue darauf, dass im richtigen Moment das Richtige passiert, dann wird auch alles klappen!

Der Nächste Eintrag führt dich direkt führ mehrere Tage in den Dschungel Sumatras!

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Start der Reise von München nach Medan

Start der Reise von München nach Medan

Von München nach Zürich

Da stand ich nun am Flughafen in München. Aufgeregt, unausgeschlafen und mit gespannter Erwartung auf die Reise nach Indonesien. So wird es dir auf deiner Reise nach Indonesien bestimmt auch ergehen!

Der erste Flug ging in die Schweiz, nach Zürich. Bei perfektem Wetter war der Blick aus dem Fenster selbst schon fast wie Urlaub. Die Berge zogen mit ihren schneebedeckten Gipfeln und glasklarer Sicht unter dem Flugzeug vorbei und kaum war die Reisehöhe erreicht, setzte das Flugzeug schon wieder zur Landung an.

 

Reisen ist für mich nicht gleichzusetzen mit Urlaub! Auf einer Reise erlebst du aktiv im Gegensatz zum Urlaub, bei dem du dich nur berieseln lässt.

Vom Züricher Flughafen zur Reise nach Indonesien

Am Terminal angekommen konnte ich ihn schon von weitem sehen: Den großen, mächtigen Airbus A380 der Singapore Airlines. Dieses Metallmonster sollte mich nun also in ein fernes Land bringen, von dem ich seit Monaten mit Blogs, Reiseführern* und YouTube-Videos versucht habe einen Eindruck zu gewinnen? Ja! Auf ins Abenteuer!

Schon zu Beginn des Fluges wurde deutlich, dass es uns hier an Bord an nichts fehlen wird. Singapore Airlines legte wirklich einen unglaublich guten Service an den Tag. Während des gesamten Flugs bekamen alle Passagiere mehrmals Mahlzeiten, Snacks, jederzeit Getränke, Decken und Toilettenartikel zur Verfügung gestellt. Auch mit dem Entertainmentprogramm konnte man nur zufrieden sein.

So „verflogen“ die Stunden geradezu und der Blick aus dem Bullauge gab nun einen Blick auf trockene Steppen und Wüstenlandschaften frei. Auf dem Bordcomputer war die Route live zu verfolgen und zeigte gerade irgendwo in der Nähe von Bagdad an. Bagdad – nie hätte ich damit gerechnet einmal in die Nähe dieses Fleckchens Erde zu kommen.

 

Tomatensaft und Snacks bei Singapore Airlines
Luftbild über der Landschaft von Bagdad

Es ist ein komisches Gefühl, wenn auf einmal die Einschätzung der normalen Tageszeit komplett dahin ist. Bei dem langen Flug nach Osten verschiebt sich die Tagesdauer um mehrere Stunden, sodass man in Singapur der berliner Zeit um 6 Stunden voraus ist.

Zufällig hatte ich das Fenster gerade nicht verdunkelt, als das Flugzeug über die Vereinigten Arabischen Emirate flog. Um zu wissen, dass wir gerade die Emirate passierten, musste ich nicht auf der Karte nachschauen, denn „Die Palme“ war in der untergehenden Sonne deutlich zu erkennen! Siehst du sie auch?

Was du alles in Dubai erleben kannst, erfährst du übrigens auf diesem Blog:

Luftaufnahme Palme von Dubai bei Sonnenuntergang

Langsam aber sicher gestaltete sich der Flug zäh. In den vielen Nachtstunden konnte ich nur 2-3 Stunden richtig schlafen, dann war es wieder zu kalt, zu unbequem oder zu aufregend.

Im Morgengrauen zeichneten sich dann die Lichter vom Hafen von Singapur im Nebel ab. Nach einer halben Stunde Anflug war es dann geschafft: Landung erfolgreich!

Das Erste, was mir beim Aussteigen aus dem Flieger in den Tunnel auffiel war ein kleiner Spalt in der Brücke. Ein feuchtwarmer Luftstrom drückte sich durch den Schlitz und gab einen tropischen Vorgeschmack auf die Reise nach Indonesien.

Im restlichen Flughafen war abseits der vielen Ausstellungen und Attraktionen, die sich Singapur hat einfallen lassen, nichts mehr von hoher Luftfeuchtigkeit und Temperatur zu spüren – alles stark klimatisiert.

Jetzt galt es den nächsten Anschlussflug für die Reise nach Indonesien zu finden. Dieser sollte nicht, wie die meisten Flüge in die Hauptstadt Jakarta (Java) führen, sondern nach Medan (Sumatra).

Luftaufnahme Flug von Singapur nach Medan

Genug Platz, hin- oder her: Die Landung war sicher und wohlbehalten. Nun betrat ich zum ersten Mal indonesischen Boden – total übermüdet, erschöpft, hungrig. Aufregend!

Die Flüge aus Europa nach Singapur klappen sehr gut, informiere dich vorher genau, welchen Zielflughafen du für deine Reise nach Indonesien auswählen willst und plane dementsprechend. Ich hatte mit Singapore Airlines nur gute Erfahrungen und kann dir die Linie absolut empfehlen!

Wie müde man sein muss um unter den schlimmsten Umständen trotzdem Schlaf zu finden, erfahrt ihr im nächsten Blogeintrag.

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